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Abschlusserklärung Das sind die wichtigsten Ergebnisse des G20-Gipfels

Von Klimawandel bis WTO-Reform: In Buenos Aires wurden viele strittige Themen besprochen. Dabei konnten durchaus Erfolge erzielt werden. Doch Konflikte bleiben.

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Auch im zehnten Jahr seines Bestehens einigen sich die Staats- und Regierungschefs des G20-Gipfels auf eine Abschlusserklärung. Bei einigen Themen herrscht Konsens unter den Teilnehmern. Anderes bleibt schwammig und strittig. Ein Überblick.

Reform der WTO

Eine Erkenntnis war vielleicht der größte Erfolg von Buenos Aires. Das internationale Handelssystem bleibe derzeit hinter seinen Zielsetzungen zurück, stellen die Staats- und Regierungschefs fest. „Wir unterstützen daher die notwendige Reform der WTO, um ihre Arbeitsweise zu verbessern“, heißt es in der Abschlusserklärung der G20-Staaten. Die Fortschritte sollen bereits beim nächsten Gipfeltreffen im japanischen Osaka überprüft werden.

Bei den anvisierten Reformen geht es unter anderem um bessere gemeinsame Spielregeln und eine Reform der Streitschlichtungsverfahren. Die USA, aber auch die EU werfen China fehlenden Marktzugang und regelwidrige Staatssubventionen vor.

Kampf gegen den Klimawandel

Steigen nach den USA weitere G20-Staaten aus dem Pariser Abkommen zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs aus? Brasilien mit seinem künftigen Präsidenten Jair Bolsonaro hat das bereits angedroht – ein Schlüsselstaat für den Schutz des Regenwaldes. Er tritt im Januar sein Amt an.

Mit Ausnahme der USA versicherten in Buenos Aires noch alle anderen Staaten, an den 2015 eingegangenen Verpflichtungen festhalten zu wollen. Sie sehen vor, den Anstieg der globalen Temperatur auf weniger als zwei Grad und möglichst 1,5 Grad zu begrenzen. Vergleichsmaßstab ist die Zeit vor der Industrialisierung. Als Wackelkandidat beim Thema hatte zuletzt auch die Türkei gegolten.

Der Streit um Sonderzölle

Mit der Einführung von Sonderzöllen versucht US-Präsident Donald Trump seit einigen Monaten, heimische Unternehmen vor ausländischer Konkurrenz zu schützen – zur Empörung betroffener exportstarker Regionen wie der EU und China.

Nach dem offiziellen Ende des Gipfels gab es im Handelsstreit zwischen den USA und China allerdings Signale der Entspannung: Dem chinesischen Staatsfernsehen CGTN zufolge, haben sich US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping bei ihrem gemeinsamen Abendessen darauf verständigt, dass keine zusätzlichen Zölle nach dem 1. Januar erhoben werden und die Verhandlungen zwischen beiden Seiten fortgesetzt werden. Im Vorfeld des Gipfels hatte Trump noch mit einer Ausweitung der Strafzölle auf Produkte der Volksrepublik gedroht.

Dass es insgesamt zu keiner Eskalation im Handelsstreit beim G20-Gipfel gekommen ist, dürfte vor allem die deutschen Autobauer freuen, die ebenfalls Sonderzölle fürchten müssen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker betonte, zwischen der EU und den USA gelte im Handelsstreit weiter das im Juli ausgehandelte Stillhalteabkommen.

Der Ukraine-Konflikt

Die zuletzt wieder eskalierte Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine war beim G20-Gipfel nur am Rande Thema. Unter anderen versuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Gespräch mit Kremlchef Wladimir Putin zu vermitteln. Konkret schlug sie vor, ein Gespräch auf Ebene von außen- und sicherheitspolitischen Beraten zu organisieren, bei dem neben der Ukraine und Russland auch Deutschland und Frankreich vertreten wären.

US-Präsident Donald Trump sagte ein geplantes Treffen mit Putin ab. Als Begründung gab er an, dass Russland am vergangenen Wochenende festgenommenen ukrainischen Seeleute noch nicht freigelassen habe.

Das internationale Steuersystem und die Digitalsteuer

Digitalkonzerne wie Amazon oder Apple verbuchen in Europa riesige Gewinne, müssen aber vergleichsweise wenig Steuern zahlen, da sie in den meisten Ländern keine versteuerbaren Firmensitze unterhalten. Dass sich daran schnell etwas ändert, erscheint nach dem G20-Gipfel unwahrscheinlich.

„Wir werden weiter gemeinsam daran arbeiten, eine Konsenslösung hinsichtlich der Auswirkungen der Digitalisierung der Wirtschaft auf das internationale Steuersystem zu finden“, heißt es schwammig in der Abschlusserklärung. Den Europäern bleibt damit nur der Weg, alleine eine Digitalsteuer einzuführen – doch selbst unter den EU-Staaten ist man sich beim Thema bislang nicht wirklich einig.

Steuerbetrug und Währungsfonds

Die Staats- und Regierungschefs bekennen sich im Abschluss-Kommuniqué zu mehr Datenaustausch, um Steuerbetrügern das Handwerk zu legen. „Wir begrüßen die Aufnahme des automatischen Informationsaustauschs über Finanzkonten“, heißt es dort. Zudem sollen strengere Maßstäbe für die Erfassung von Staaten und Gebieten gelten, „die die Standards zur Transparenz im Steuerbereich noch nicht zufriedenstellend umgesetzt haben“.

Zugleich wollen die G20 weiter daran arbeiten, die Gewinnverkürzung und Gewinnverlagerung bei den Steuerzahlungen (BEPS) zu bekämpfen. Dieser Punkt ist der deutschen Seite wichtig, denn entgangene Steuern fehlen, um mehr in Straßen und Schulen zu investieren. Zudem bekannten sich die Teilnehmer zur Bekämpfung neuer Finanzkrisen zur Stärkung des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Der Fall Khashoggi

Wie geht man mit einem Kollegen um, der verdächtigt wird, den Mord an einem missliebigen Journalisten in Auftrag gegeben zu haben? Auch mit dieser Frage mussten sich Merkel und die anderen G20-Teilnehmer beschäftigen, da unter ihnen auch der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman war. Ihm wird vorgeworfen, in die Tötung des kritischen Journalisten Jamal Khashoggi zumindest verwickelt gewesen zu sein.

Eine einheitliche Antwort auf die Frage des Umgangs gab es beim Gipfel nicht. Russlands Präsident Putin klatschte den Kronprinzen zu Beginn lachend ab. Die Europäer forderten ihn hingegen öffentlich auf, eine ausländische Begleitung der strafrechtlichen Ermittlungen in dem Fall zuzulassen.

Weitere Themen

Eine bessere Frauenförderung, die sichere Versorgung aller Menschen auf der Welt mit Nahrungsmitteln oder eine bessere Unterstützung von Bürgern bei Veränderungen der Arbeitswelt durch neue Technologien – zumindest bei diesen Themen fiel den G20-Staaten eine Einigung leicht. Die aktuelle argentinische G20-Präsidentschaft freute sich darüber. Das waren nämlich ihre Schwerpunkte.

Und wichtiges Ergebnis am Rande: Es wurde zwar für eine bessere und gerechtere Welt demonstriert, aber friedlich, anders als noch 2017 in Hamburg.

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