Abschuss des russischen Kampfjets Erdogan: Wünschte, es wäre nicht geschehen

Kurz nach dem Abschuss eines russischen Jets am Dienstag zeigte sich Ankara kämpferisch. Dann beschwichtigte die Regierungsspitze. Nun geht sie einen weiteren Schritt auf Moskau zu.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Quelle: AP

Angesichts der massiven Spannungen mit Moskau äußert der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Bedauern über den Abschuss eines russischen Flugzeugs durch das türkische Militär. Er sei über den Zwischenfall traurig, sagte Erdogan am Samstag. „Wir wünschten, es wäre nicht geschehen, aber es ist geschehen. Ich hoffe, dass sich etwas Ähnliches nicht noch einmal zuträgt.“

Das türkische Militär hatte das russische Kampfflugzeug am Dienstag abgeschossen, weil es den türkischen Luftraum verletzt sah. Russland hatte hingegen erklärt, der Jet sei nur über syrischem Gebiet geflogen und der Abschuss sei eine geplante Provokation gewesen.

Der Zwischenfall hatte massive Spannungen zwischen beiden Ländern ausgelöst und auch die Nato aufgeschreckt, da die Türkei Mitglied ist. Die Allianz zeigte sich solidarisch mit Ankara, warnte aber vor einer weiteren Eskalation.

Die türkische Regierung rechtfertigt den Abschuss mit dem notwendigen Schutz ihres Territoriums und betont, der Pilot sei zehn Mal gewarnt worden. Allerdings dauerte die Verletzung des Luftraums nach türkischer Darstellung nur 17 Sekunden.

Auch am Samstag verteidigte Erdogan das Handeln der Türkei und kritisierte das russische Vorgehen in Syrien, bevor er sein Bedauern ausdrückte. Er sagte, beide Seiten sollten den Zwischenfall positiver angehen. Ein Treffen in Paris sei die Gelegenheit, die Spannungen zu überwinden. Gemeint ist ein mögliches Gespräch Erdogans mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin beim Weltklimagipfel.

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Kurz vorher hatte das türkische Außenministerium eine Reisewarnung für Russland veröffentlicht und Türken aufgefordert, nicht unbedingt notwendige Reisen zu verschieben. Am Freitag hatte Russland angekündigt, Türken ab 1. Januar nicht mehr ohne Visum einreisen zu lassen.

Im Zuge der diplomatischen Krise ließ Moskau zudem große Mengen türkischer Nahrungsmittelimporte konfiszieren und bereitete Wirtschaftssanktionen vor. Das russische Militär kündigte an, zum Schutz seiner Flugzeuge Luftabwehrraketen in Syrien zu stationieren.

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