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Ägypten Sehr niedrige Wahlbeteiligung bei Präsidentenwahl in Ägypten

Die ägyptische Präsidentschaftswahl findet nur wenig Anklang. In den ersten beiden Tagen sei nur jeder fünfte Wahlberechtigte zur Urne gegangen.

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Eine ägyptische Frau formt vor einem Wahllokal mit ihren Händen das Victory-Zeichen, nachdem sie am dritten Tag der Präsidentenwahl in Ägypten gewählt hat. Am letzten Tag der Präsidentenwahl hat die Wahlkommission Nichtwählern mit einer Geldstrafe gedroht. Quelle: dpa

Kairo In Ägypten hat sich zum Ende der dreitägigen Präsidentenwahl eine niedrige Beteiligung abgezeichnet. In den ersten zwei Tagen habe sie lediglich bei 21 Prozent gelegen, verlautete aus Kreisen der Wahlbeobachter. Für Mittwoch, den letzten Wahltag, lagen zunächst keine konkreten Schätzungen vor.

Doch die Wahllokale schlossen einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur zufolge eine Stunde später als angekündigt. Kurz zuvor hatte die Wahlkommission noch an die Bürger appelliert, an die Urnen zu gehen. Auch gab es Berichte über Bestechungsversuche. Amtsinhaber Abdel Fattah al-Sissi gilt als klarer Favorit und die Wahlbeteiligung als Gradmesser für seinen Rückhalt in der Bevölkerung.

Die Wahlkommission fand eindringliche Worte, um die Ägypter zur Stimmabgabe zu bringen: „Zeigen Sie der Welt, dass Ägypten immer Geschichte schreibt“, sagte Kommissionschef Laschin Ibrahim im landesweiten Fernsehen. Die Ägypter seien schließlich Pharaonen, die für die Zivilisation der Welt gesorgt hätten. Das große Volk der Ägypter habe sich immer besonders treu und patriotisch gezeigt und die bösen Mächte besiegt.

Von Reuters befragte Wähler berichteten an den ersten zwei Wahltagen, dass ihnen Geld und Lebensmittel angeboten wurden, wenn sie ihre Stimme abgeben. Die Wahlkommission war für eine Stellungnahme dazu zunächst nicht zu erreichen.

Al-Sissi war 2014 mit fast 97 Prozent zum Staatschef des nordafrikanischen Landes gewählt worden. Damals hatten weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Der heute 63-Jährige betrachtet sich als Garant von Stabilität und Sicherheit. Er wertet die Abstimmung als Referendum über seine bisherige Amtszeit.

Dieses Jahr hatten sich die aussichtsreichsten Gegenkandidaten im Januar aus dem Rennen zurückgezogen und über Repressalien geklagt. Al-Sissis relativ unbekannten Herausforderer Mussa Mostafa Mussa werden kaum Chancen auf einen Sieg eingeräumt.

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