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Affäre Strauss-Kahn Schock für Frankreichs Sozialisten

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 International und bei den Unternehmern des Landes genoss DSK hohes Ansehen. Allein das disqualifizierte ihn in den Augen vieler Parteifreunde, von denen ihm einige auch vorwarfen, als IWF-Chef Griechen und Iren gar zu strenge Auflagen zu erteilen. Für seine Parteifreunde ist er jedoch gegenüber Staatspräsident Nicolas Sarkozy das kleinere Übel. Kein anderer der bereits erklärten oder potenziellen Kandidaten der Partei verfügt auch nur annäherungsweise über das Ansehen, die Statur oder die Popularität Strauss-Kahns und damit über vergleichbare Sieges-Chancen.

Mit Ausnahme des früheren Generalsekretärs Francois Hollande, dem aber jedes Charisma fehlt, stehen die anderen Bewerber deutlich weiter links. Das gilt sowohl für die gescheiterte Kandidatin von 2007, Ségolène Royal, als auch für die Generalsekretärin der Parti Socialiste, Martine Aubry, die sich bisher nicht erklärt hat, weil sie sich an einen Pakt mit Strauss-Kahn gebunden fühlt. Die Sozialistische Partei fordert neue Beschäftigungsprogramme für Jugendliche, Steuererhöhungen für Besserverdiener und Kapitalvermögen sowie eine Entlastung unterer Einkommensgruppen. Sie lehnt Entlastungen der Unternehmen ab und will die Anhebung des Rentenalters auf 62 rückgängig machen. Das dürfte dazu führen, die finanzielle Situation des Landes weiter zu verschlechtern und Konflikte vor allem mit Deutschland heraufzubeschwören.

Durch die neue Situation dürfte es im Wahlkampf wieder zu einer klassischen Links-Rechts-Konfrontation kommen. Für Sarkozy ist das wahrscheinliche politische Ende Strauss-Kahns, der in der politischen Mitte und in der Wirtschaft viel Unterstützung fand und damit für eine Öffnung des klassischen politischen Spektrums stand, eine gute Nachricht. Allerdings bieten sich auch neue Chancen für andere Konkurrenten des in der Bevölkerung unbeliebten Sarkozy: Auf der rechten Flanke gewinnt die Rechtsextreme Marine Le Pen an Boden, in der Mitte könnten die bisher aussichtslos erscheinenden Zentrumspolitiker Francois Bayrou und Sarkozys Ex-Umweltminister Jean-Louis Borloo von der neuen Konstellation profitieren.

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