Afghanistan Taliban erobern wichtige Teile der Provinz Helmand

Die Taliban rückt immer weiter vor und die afghanischen Regierungstruppen haben wenig entgegenzusetzten. Jetzt sollen britische und US-Streitkräfte helfen.

Afghanische Regierungstruppen kämpfen in Helmand mit der Taliban. Quelle: dpa

Nach heftigen Kämpfen haben die Taliban einen strategisch wichtigen Bezirk in der im Süden Afghanistans liegenden Provinz Helmand eingenommen. Lediglich die Militärstützpunkte der Regierungstruppen in dem Bezirk Sangin seien nicht an die Aufständischen gefallen, sagte der stellvertretende Gouverneur von Helmand, Mohammad Jan Rasuljar.

Großbritannien und die USA haben einem Zeitungsbericht zufolge Spezialkräfte nach Helmand verlegt. Die Londoner "Times" berichtete, 30 Soldaten der britischen Spezialeinheit SAS und bis zu 60 US-Spezialkräfte seien nach Helmand verlegt worden, um die Verteidiger von Sangin zu unterstützen. Das britische Verteidigungsministerium erklärte, die Soldaten seien nur zur Beratung der afghanischen Streitkräfte entsandt und würden sich nicht an Kampfhandlungen beteiligen. Sie würden auch nicht außerhalb ihres Camps eingesetzt.

In den vergangenen sechs Monaten haben die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen in Helmand deutlich zugenommen. Rahimi berichtet am Montag, Polizisten setzten sich in Sangin noch gegen die Taliban zur Wehr, die das Polizeihauptquartier und das Gebäude des Bezirksgouverneurs eingekesselt hätten. Die Straßen in die Stadt seien aber bereits völlig unter der Kontrolle der Taliban.

Sollte die Provinz gänzlich in die Hände der Taliban fallen, wäre dies ein herber Rückschlag für die Regierung, die vorgibt, dass die Sicherheitskräfte auch nach Abzug der internationalen Kampftruppen die Aufständischen unter Kontrolle halten können.

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Ende September hatten die Islamisten vorübergehend die nördliche Provinzhauptstadt Kundus unter ihre Kontrolle gebracht, waren dann aber von Regierungstruppen vertrieben worden. Helmand ist für die Taliban ein wichtiger Stützpunkt. Hier wird weltweit das meiste Opium produziert. Mit dem Verkauf finanziert sich die Gruppe. In den vergangenen Jahren hatten die Extremisten immer wieder zeitweise die Kontrolle über die Region übernommen.

Am Montag sind bei einem der folgenschwersten Angriff der Taliban auf westliche Truppen seit Monaten 45 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kabul sechs US-Soldaten getötet worden. Zwei weitere Amerikaner und ein afghanischer Soldat wurden verletzt. Ein Selbstmordattentäter der radikalislamischen Aufständischen sprengte sich in der Nähe des US-Stützpunkts Bagram in die Luft. Nach Angaben der örtlichen Behörden rammte der Selbstmordattentäter sein mit Sprengstoff beladenes Motorrad in eine Patrouille aus Soldaten der Nato und der afghanischen Streitkräfte, die zu Fuß in einem Dorf in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts unterwegs war.

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