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Agco-Chef Richenhagen: US-Regierung fährt unternehmensschädlichen Kurs

Exklusiv

Martin Richenhagen, Chef des weltweit drittgrößten Landmaschinenkonzerns Agco mit Sitz im US-Staat Georgia, kritisiert den Kurs der amerikanischen Regierung.

Martin Richenhagen Quelle: Reuters

„Es gibt insgesamt weniger Bürokratie, aber die Lage verschlechtert sich gerade“, sagt Martin Richenhagen, Chef des weltweit drittgrößten Landmaschinenkonzerns Agco, im Interview.„Die Steuern steigen, der bürokratische Aufwand auch, die Gesundheitsreform bringt zusätzliche Lasten für Unternehmen“, kritisiert der gebürtige Rheinländer. Zwar befürworte er, dass jeder Amerikaner eine Krankenversicherung bekomme, „doch das darf nicht zulasten der Unternehmen gehen“.

Insgesamt hat sich laut Richenhagen unter Präsident Barack Obama die Stimmung in der Wirtschaft verschlechtert. Amerika sei heute längst kein Niedrigsteuerland mehr. Richenhagen: „Und es gibt wenig Hoffnung, dass Washington die Probleme angeht, denn die Regierung ist weitgehend blockiert. Das liegt vor allem an den Tea-Party-Leuten, die lieber über Glaubensfragen streiten, als sich mit politisch wichtigen Dingen zu befassen. Man muss befürchten, dass das bis zur nächsten Wahl so bleibt.“

Der amerikanischen Autogewerkschaft UAW wirft Richenhagen eine Mitschuld an der Krise der US-Autoindustrie vor: „Die UAW hat durch ihre extremen Lohnforderungen maßgeblichen Anteil am Niedergang der Autoindustrie in Detroit.“

Seit seinem Amtsantritt vor zehn Jahren ist es dem heute 61-Jährigen gelungen, den Börsenwert des Konzerns zu verfünffachen. 2012 setzte Agco mit weltweit 20.000 Mitarbeitern zehn Milliarden Dollar um mit Marken wie Fendt, Massey und Valtra.

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