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Alexander Sachartschenko Pro-russischer Rebellenführer in Ost-Ukraine getötet

Alexander Sachartschenko ist bei einer Explosion getötet worden. Russland macht dafür Kiew verantwortlich.

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Der Rebellenführer kam bei einer Explosion ums Leben. Quelle: dpa

Moskau/Kiew Der pro-russische Rebellenführer in der Ostukraine, Alexander Sachartschenko, ist bei einer Explosion in einem Café in Donezk getötet worden. Russland machte umgehend die ukrainische Führung in Kiew dafür verantwortlich. Der ukrainische Geheimdienst erklärte dagegen, vermutlich sei der Separatistenführer in einem Konflikt zwischen „Terroristen und ihren russischen Unterstützern“ getötet worden.

Sachartschenko sei „als Folge eines Terroraktes“ ums Leben gekommen, meldete die Nachrichtenagentur Donezk, das Sprachrohr der abtrünnigen Region Donezk. Der stellvertretende Ministerpräsident der Region, Alexander Timofeyew, sei verletzt worden. Die Rebellen kontrollieren seit 2014 den Osten der Ukraine und haben die international nicht anerkannte Volksrepublik Donezk ausgerufen.

Das russische Außenministerium erklärte der Nachrichtenagentur RIA zufolge, man habe allen Grund zu glauben, dass die Führung in Kiew hinter dem Mord an Sachartschenko stecke. Sein Tod zeige, dass die ukrainische Führung sich entschieden habe, sich an einem blutigen Kampf zu beteiligen. Die Regierung in Kiew habe ihr Versprechen gebrochen, eine friedliche Lösung zu suchen.

"Russische Anschuldigungen sind unwahr."

Ein Sprecherin des ukrainischen Geheimdienstes widersprach: „Alle Anschuldigungen, die von der russischen Seite zu hören sind, sind unwahr. Nach unseren Informationen ist das das Ergebnis eines internen Kampfes, der schon seit Jahren zwischen den Terroristen und ihren russischen Unterstützern andauert.“

Sachartschenko, ein früherer Elektriker in einem Bergwerk, wurde im November 2014 der Anführer von Donezk. Andere Rebellenführer erklärten damals, er sei von Russland dazu bestimmt worden. Eine Abstimmung bestätigte Sachartschenko auf seinem Posten. Die Separatisten übernahmen die Kontrolle in der Ostukraine, nachdem in Kiew eine pro-westliche und Russland-kritische Regierung an die Macht gekommen war.

Die Separatisten haben der Ukraine mehrere Angriffe auf dem von ihnen kontrollierten Gebiet vorgeworfen. Sie tragen aber auch untereinander einen Machtkampf aus, der teilweise bereits in Gewalt mündete. Mehrere ehemalige Separatistenführer sind aus dem Gebiet geflohen und haben erklärt, sie fürchteten um ihr Leben, weil sich Kombattanten gegen sie gewandt hätten.

Seit 2015 besteht eine Waffenruhe zwischen den ukrainischen Regierungstruppen und den Separatisten. Doch sie ist sehr brüchig. Immer wieder kommt es an der Frontlinie zu Schießereien.

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