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Amerika bleibt Supermacht Fünf Gründe, warum die USA noch lange den Ton angeben werden

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Die anderen BRIC-Staaten schwächeln

Mit der Ausnahme Chinas gibt es kein Land, das die USA nachhaltig herausfordern kann. Brasilien, eine Regionalmacht, ist zwar flächenmäßig groß, hat aber nur halb so viele Einwohner wie die USA. Zudem ist der Aufwärtstrend längst gebrochen. Das Land stagniert, große Teile der Bevölkerung sind arm, die Aufstiegschancen sind gering. Auch politisch wie militärisch hinken die Südamerikaner hinterher.

Hier leben die glücklichsten Amerikaner
TexasSeit 2008 befragt das Umfrageinstitut Gallup mehr als 175.000 Amerikaner nach ihrem sozialen, finanziellen und körperlichen Wohlbefinden. Das Resultat wird im jährlich erscheinenden Well-Being-Index zusammengefasst. Demnach landen die Texaner in puncto Glück auf Platz zehn. Zwar schafften es die Einwohner Texas nur ins Mittelfeld, was ihre finanzielle Zufriedenheit (Platz 26), beziehungsweise ihr körperliches Wohlbefinden (Platz 23) anbelangt. Dafür liegen die Texander beispielsweise auf Platz zwei, was die allgemeine Erfüllung anbelangt. Quelle: AP
New MexicoDie Einwohner New Mexicos schaffen es mit ihrem körperlichen Wohlbefinden auf Platz fünf unter allen US-Staaten. Was die allgemeine Erfüllung angeht, belegen sie Platz drei. Dafür reicht es beim sozialen Umfeld und der Gemeinschaft jeweils nur für Platz 25. Insgesamt landet der Bundesstaat auf Platz neun im Ranking der "happiest states". Quelle: AP
UtahDie Einwohner Utas loben besonders das soziale Gefüge und die Gemeinschaft in ihrem Staat. Insgesamt schaffen sie es auf Platz acht. Quelle: REUTERS
NebraskaIn Nebraska ist es um das körperliche Wohlbefinden der Einwohner nicht gut bestellt (Platz 31). Dafür schafft es der Staat in den anderen Kategorien jeweils in die Top Ten. Insgesamt belegt Nebraska den siebten Platz im Ranking der glücklichsten US-Staaten. Quelle: AP
ColoradoDer Bundesstaat Colorado ist seit Beginn der Erhebung immer unter den Top-Ten. In diesem Jahr landete der Staat auf Platz sechs. Quelle: REUTERS
MontanaEinen besonders hohen Platz erreicht Montana, was die Zufriedenheit in der Gemeinde anbelangt. Die Menschen fühlen sich wohl und bestätigt von den Menschen um sich herum. Auch beim körperlichen Wohlbefinden führen die Einwohner Montanas. Insgesamt reicht es für Platz fünf. Quelle: AP
WyomingAuch in Wyoming fühlen sich die Menschen von ihrer Gemeinde bestätigt (Platz vier). Auch was ihre finanzielle Situation (Platz vier) und das soziale Gefüge (Platz zwei) angeht, sind die Einwohner dieses Staates besonders zufrieden. Insgesamt reicht es für Platz vier - von 50 US-Staaten. Quelle: REUTERS

Indien ist – mit 1,2 Milliarden Einwohnern – fast vier Mal so groß wie die USA. Das Land besitzt 90 bis 100 Atomwaffen und strahlt mit seinen „Bollywood“-Produktionen einen kulturellen Einfluss auf die gesamte Region aus. Und doch dürfte das Land auf Jahrzehnte hinaus kein ernsthafter Gegenspieler zu den USA werden. Die Analphabetenrate ist hoch, die klugsten Köpfe ziehen ins Ausland – nicht selten in die USA. Zudem lähmt der Konflikt mit Pakistan und der Kampf gegen den Terrorismus.

Bleibt Russland. Moskau träumt – das zeigen Krim- und Ukraine-Krise eindrucksvoll – von alter Stärke. Und das Land bleibt „eine potenzielle Gefahr, schon allein aufgrund der Anzahl der Waffensysteme und Atomsprengköpfe, mit denen es die USA zerstören könnte“, sagt Nye. Allerdings: Wirtschaftlich ist das Land zu stark vom Energiesektor abhängig, die Bevölkerungszahl wird bis zum Mitte des 21. Jahrhunderts auf nur noch rund 120 Millionen Menschen sinken – und potenzielle, starke Verbündete sind nicht in Sicht. Russland suchte in der Ukraine-Krise den Schulterschluss zu China, blitzte aber ab. „China will gute Beziehungen zu Russland, aber nicht als Konkurrenz zu den USA. Die Allianz zwischen Moskau und Peking wird nie sehr stark werden, dazu ist das Misstrauen auf beiden Seiten zu groß“, so Nye auf Nachfrage.

Die größten Infrastruktur-Mängel in den USA

Europa festigt die Macht der USA

Anders als Russland können sich die USA auf ein breites Netz von Partner und Allianzen verlassen. Sowohl mit Japan und weiteren Ländern im pazifischen Raum bestehen enge Verbindungen, vor allem aber mit Europa. „Europa ist der engste Partner, den wir haben. Wir teilen die gleichen Werte, glauben an die Stärke von Marktwirtschaft und Demokratie, haben ähnliche Interessen und hören die gleiche Musik und schauen ähnliche Filme“, zählt Nye die Gemeinsamkeiten auf. Kombiniert man die Länder der EU und die USA – beide haben eine ähnliche hohe Wirtschaftskraft – entsteht eine wirtschaftliche Power, die alle anderen Regionen in die Schranken weisen kann.

Zwar sei Europa innerlich zerrissen und längst noch nicht so weit, um internationale Krisen wie den Ukraine-Konflikt alleine lösen zu können, schränkt der Harvard-Professor ein. Aber: Gemeinsam mit den USA bilde man ebenfalls eine starke militärische Gemeinschaft, die ihre Werte verteidigen kann.

Das sind die wettbewerbsfähigsten Länder der Welt

Die Konzentration in außenpolitischen Fragen auf den pazifischen Raum sei keine Rückzug der Amerikaner aus Europa, betont Nye. „Ich weiß, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama fast wöchentlich miteinander telefonieren. Die Partnerschaft ist eng und krisenfest“, so Nye.

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