Amerika-Gipfel Historischer Handschlag von Obama und Castro

Der Amerika-Gipfel ist eröffnet – mit einem Handschlag, der Geschichte schreibt: Kubas Staatschef Raúl Castro und Barack Obama begrüßten sich im Getümmel der Eröffnungsveranstaltung mit der historischen Geste.

Barack Obama und Kubas Staatschef Raul Castro schütteln sich die Hände. Quelle: dpa

Neuanfang nach jahrzehntelanger Eiszeit: US-Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro haben sich zum Auftakt des Amerika-Gipfels in Panama demonstrativ begrüßt und die Hand geschüttelt. Nach der im Dezember eingeleiteten Annäherung beider Länder soll es am Samstag nach US-Angaben ein erstes direktes politisches Gespräch der beiden Politiker geben, dem historische Bedeutung beigemessen wird. Erstmals nimmt auch das sozialistische Kuba an dem Amerika-Gipfel teil.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro für die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen ihrer Länder gelobt. Zu Beginn des Gipfels sagte Ban in Panama-Stadt, Amerika habe „seit langem bestehende Spaltungen in historischer Weise überwunden“.

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Es sei das erste Mal, dass alle 35 Nationen zu dem Amerika-Gipfel zusammengekommen seien, sagte der Chef der Vereinten Nationen. Kuba wurde jahrelang von der Konferenz ausgeschlossen. Präsident Castro verwirkliche einen Wunsch, der sich in der Region seit langem breitgemacht habe, so Ban. Die Rückkehr zur Diplomatie zwischen den USA und Kuba nach jahrzehntelanger Feindschaft sei ein Schritt, der mit der UN-Charta und dessen „Ziel der Förderung guter Nachbarschaft“ einhergehe.

Obama war kurz vor Beginn des Gipfels in Panama-Stadt noch mit kubanischen Dissidenten zusammengekommen. Bei einer Diskussionsveranstaltung am Rande des Gipfels traf er die regierungskritische Journalistin Laritza Diversent sowie den Aktivisten Manuel Cuesta Morúa.

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In einer Rede versicherte Obama, dass die Zeiten der "Einmischung" Washingtons in Lateinamerika vorüber seien. "Die Tage, als unserer Agenda in dieser Heimsphäre oft die Annahme zugrunde lag, dass die Vereinigten Staaten sich ungestraft einmischen können, sind vorbei." Den Menschenrechtsaktivisten aus der Region sagte er die Unterstützung Washingtons zu: "Wir stehen an eurer Seite."

Obamas Gespräch mit den Dissidenten dürfte bei Kubas Delegation für erhebliche Verstimmung sorgen. Obama und Castro wollen nach Angaben des Weißen Hauses voraussichtlich am Samstag im Rahmen des Amerika-Gipfels zu einer "Diskussion" zusammenkommen. Zuletzt fand ein Treffen der Staatsoberhäupter beider Länder vor fast sechs Jahrzehnten statt.


Castro und Obama telefonierten bereits miteinander

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Am Mittwoch hatten Obama und Castro bereits miteinander telefoniert, wie aus US-Regierungskreisen verlautete. Obama versprach seinem kubanischen Kollegen, sich weiterhin beim Kongress in Washington für eine vollständige Aufhebung des 1962 verhängten Handelsembargos gegen den nur etwa 150 Kilometer südlich von Florida gelegenen Inselstaat einzusetzen. Das Außenministerium in Washington empfahl nach Angaben aus dem US-Senat überdies, Kuba von der Liste der Unterstützerstaaten des Terrorismus zu streichen.

Am Donnerstagabend trafen sich dann die Außenminister beider Länder, John Kerry und Bruno Rodríguez, zu einem Vier-Augen-Gespräch. Das US-Außenamt bezeichnete die Unterredung im Anschluss als lang und "sehr konstruktiv".

Nach mehr als einem halben Jahrhundert ohne diplomatische Beziehungen hatten Obama und Castro bei einem Telefonat im Dezember eine Annäherung zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba vereinbart. Seit Mitte Januar gelten bereits eine Reihe von Reise- und Handelserleichterungen, außerdem wollen beide Länder Botschafter austauschen.

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