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Analyse Die Euro-Länder im Check

Seite 10/11

Portugal: Viel Wille, wenig Kraft

Proteste gegen Moody´s in Quelle: Hugo Correia/REUTERS

Die Regierung drückt bei der Sanierung mächtig aufs Tempo. Doch das Land braucht mehr.

Geht es nach Portugals Ministerpräsident Pedro Passos Coelho, erlebt sein Land den härtesten Belastungstest seit der Nelkenrevolution 1974. Gemeint ist das Sanierungsprogramm, mit dem das Land wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen will. Ab 2013 peilt Portugal die Rückkehr auf den privaten Kapitalmarkt an. Geht es aber so weiter wie bisher, werden die Gläubiger weiterhin hohe Risikoprämien fordern - die nächste Rettungsrunde wäre fällig.

Portugal

Noch steuert Coelho dagegen: Senkung der Staatsausgaben, Einfrieren der Löhne im öffentlichen Dienst, Steuererhöhung für höhere Einkommen und für Unternehmen: Von einem Jahresgewinn von 1,5 Millionen Euro an werden Letztere mit einer zusätzlichen Körperschaftsteuer von drei Prozent belastet. Coelho will so das Defizit, das 2010 noch 9,1 Prozent des BIPs betragen hat, bis 2015 auf 0,5 Prozent drücken. Doch der Spareifer könnte die Konjunktur gefährlich schwächen.

2011 wird die Wirtschaft laut Schätzungen des IWF um 1,5 Prozent schrumpfen. Die Arbeitslosigkeit liegt bei mehr als zehn Prozent. Hinzu kommt: Das Land braucht dringend Strukturreformen. Portugals Wirtschaft ist kaum wettbewerbsfähig, das Zahlungsbilanzdefizit liegt bei mehr als zehn Prozent, die Produktivität ist mit 16 Euro pro Arbeitsstunde äußerst gering. Außerdem braucht das Land dringend Investitionen.

Fazit: Portugal strengt sich an, bleibt aber ein Sorgenkind der Euro-Zone.  

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