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Analyse Die Euro-Länder im Check

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Griechenland: Tragödie ohne Ende

George Papandreou Quelle: dapd

Die Lage ist aussichtslos. Die Zukunft in der Euro-Zone ungewiss.

In Griechenland gelten zwei Gesetze. Erstens: Es kommt schlimm. Zweitens: Es kommt noch schlimmer. Zu Beginn des Sanierungsprogramms im Mai 2010 ging Athen noch davon aus, dass die Wirtschaft 2011 um 2,6 Prozent schrumpfen wird. Ein Jahr später lag die Minus-Schätzung schon bei 3,5 Prozent. Im August korrigierte Finanzminister Evangelos Venizelos die Prognose auf minus 4,5 Prozent. Zuletzt waren es mehr als fünf Prozent.

Im Staatshaushalt sinken die Einnahmen und steigen die Ausgaben. Überflüssige Staatsbetriebe oder -behörden werden nicht geschlossen, zugesagte Kürzungen nicht verabschiedet.

Griechenland

Das Haushaltsloch war Ende Juli 15,57 Milliarden Euro groß. Statt des ursprünglich angepeilten Defizits von 7,6 Prozent des BIPs werde es 2011 über acht Prozent liegen, so griechische Offizielle. Die Troika-Experten gehen von mindestens 8,6 Prozent aus.

Das grundsätzliche Dilemma der Griechen sind die katastrophal niedrige Produktivität von 17,50 Euro pro Arbeitsstunde und ein unerträgliches Defizit in der Leistungsbilanz. Um wettbewerbsfähig zu werden, müssten die griechischen Löhne um 20 bis 30 Prozent sinken - das ist politisch nicht durchsetzbar.

Hinter Äthiopien

In einer Weltbank-Studie, die das Investitionsklima misst, fiel Griechenland 2011 von Rang 97 auf 109 zurück und liegt nun hinter Äthiopien und Bangladesch. Ausländische Direktinvestitionen schrumpften 2010 um zehn Prozent auf mickrige 2,18 Milliarden Dollar. Eine Unternehmensgründung erfordert in Griechenland 15 Schritte, im Durchschnitt der OECD-Staaten sind es weniger als sechs.

Fazit: Die Sanierung kommt kaum voran, die Euro-Retter werden wohl noch viel mehr Geduld und Geld investieren müssen, um Griechenland in der Währungsunion zu halten.

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