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Analyse Die Euro-Länder im Check

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Deutschland: Abschwung droht

Angela Merkel Quelle: dpa

Deutschland ist der Zahlmeister der Euro-Zone - daran ändert sich nichts.

Ohne Zweifel: Die Deutschen sind das Zugpferd der Euro-Zone. Wirtschaftlich ist die Bundesrepublik so stark wie seit dem Einheitsboom nicht mehr. Und politisch steht die Bundesregierung in fester Solidarität zu den Euro-Sündern aus dem Süden. Fraglich ist, wie lange sie noch aus dem Vollen schöpfen kann. "Die Deutschen dürfen sich jetzt auf gar keinen Fall auf ihren Lorbeeren ausruhen, sondern müssen weitere, wichtige Reformen anpacken", mahnt ifo-Ökonom Kai Carstensen. Insbesondere das Steuersystem müsse endlich vereinfacht und der Schuldenberg entschlossener als bisher abgetragen werden.

Handlungsbedarf

Deutschland

Tatsächlich hat die Bundesregierung bisher zu wenig unternommen, um das strukturelle Defizit zu reduzieren.

Das könnte gefährlich werden. Derzeit spült zwar der konjunkturelle Aufschwung viel Geld in die Staatskassen, doch die Einnahmen sind nach wie vor niedrig und die Ausgaben zu hoch, um die Gesamtverschuldung deutlich nach unten zu drücken. Das ist aber notwendig: Laut Carstensen könnte die Gesamtverschuldung der Deutschen durch eine erneute Krise auf 100 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigen. Das würde das Land deutlich schwächen und sehr anfällig machen.

Ende des Booms

Und vieles spricht dafür, dass der Abschwung vor der Tür steht: So sank der wichtigste Frühindikator für die deutsche Wirtschaft, der ifo-Geschäftsklimaindex, im August auf den tiefsten Stand seit Juni 2010. Auch der PMI, der Frühindikator für die Industrie, deutet ebenfalls auf eine geringere Wachstumsdynamik hin. Grund ist vor allem die Abkühlung der Weltkonjunktur, die der Exportnation zu schaffen macht.

Fazit: Auf Deutschlands Schultern ruht die Währungsunion - doch geht das Land in die Knie, kommt auch der Euro ins Rutschen.

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