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Analyse Die Euro-Länder im Check

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Belgien: Königreich ohne Regierung

Brüssel Quelle: dpa

Die Wirtschaft läuft prächtig, aber die Schulden sind gigantisch hoch.

Die Verschuldung ist fast so hoch wie die Wirtschaftsleistung eines Jahres, und schon seit mehr als einem Jahr gibt es keine Regierung mehr. Kein Zufall, dass das Land der Flamen und Wallonen ins Visier der Finanzmärkte geraten ist. Zwei Ratingagenturen drohten bereits mit der Herabstufung.

Gut im Wettbewerb

Belgien

Die wirtschaftliche Entwicklung des Kunststaates ist indes vorbildhaft: Das Land kann hohe Wachstumszahlen, Investitionen und Leistungsbilanzüberschüsse vorweisen.

Die Wettbewerbsfähigkeit ist dank niedriger Lohnstückkosten hoch. Hinzu kommt, dass die Belgier sehr produktiv sind. Pro Arbeitsstunde erwirtschaften sie laut OECD-Statistik 41,70 Euro und liegen damit vor den Deutschen, die nur auf 39,10 pro Stunde kommen. In Zukunft hängt viel daran, wie sich die globale Wirtschaft entwickelt. Mit seinen vielen kleinen Unternehmen ist das Land stark vom Welthandel abhängig. Was die Verschuldung betrifft, sind Experten optimistisch.

Schon in der Vergangenheit haben die Belgier bewiesen, dass sie sich an strikte Sparprogramme halten können. Allerdings brauchten sie dafür sehr lange. Zwischen 1993 und 2007 senkten sie ihre Verschuldung von 136 auf 84 Prozent.

Fazit: Belgien muss seine Schulden schnell und drastisch senken, um in der Euro-Zone bestehen zu können. Sollte die Konjunktur deutlich abkühlen, könnte das exportabhängige Land ins Schleudern geraten.

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