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Analyse Die Euro-Länder im Check

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Spanien: Fast jeder zweite Jugendliche arbeitslos

Gewitter über San Sebastian, Quelle: dpa

Die Wirtschaft schrumpft, die Immobilienblase schwächt Sparkassen und Unternehmen.

Seit 2008 ist Spanien am Ende, die Wirtschaftskraft schrumpft, die Arbeitslosigkeit liegt bei 20 Prozent, unter den Jugendlichen sind es sogar 45 Prozent. Das Haushaltsdefizit betrug im vergangenen Jahr 9,2 Prozent. Doch nicht der Staat ist in Spanien das größte Problem, sondern die Privatwirtschaft. Die private Verschuldung liegt nach Schätzung der Ratingagentur Standard & Poor?s bei 178 Prozent des BIPs. Die geplatzte Immobilienblase schwächt Sparkassen und Unternehmen. Vor allem kleine und mittelgroße Institute haben Probleme, sich zu refinanzieren.

Beim Stresstest für Europas Banken kamen im Juli fünf der insgesamt acht durchgefallen Geldhäuser aus Spanien - und das, obwohl die Kriterien relativ lasch waren.

Löhne runter

Spanien

Madrids schwerste Aufgabe ist es, das Vertrauen der Märkte wiederzuerlangen Doch das wird schwer. Die EZB griff den Spaniern bereits unter die Arme und kaufte Staatsanleihen. Nur so konnte der Druck der Märkte etwas gelindert werden.

Für die Zukunft sieht es düster aus, die Iberer müssen sich mächtig anstrengen, um in der Währungsunion mitzuhalten: Die Exporte an wirtschaftlich starke Länder der Euro-Zone wie Deutschland und der Tourismus sind die einzigen Wachstumspfeiler des Landes. Ansonsten ist Spanien kaum wettbewerbsfähig. Bereits vor der Schuldenkrise stellte eine EU-Studie fest, dass Löhne und Gehälter um zweistellige Prozentsätze sinken müssten. Die Produktivität ist mit 24,80 Euro pro Arbeitsstunde zwar deutlich höher als in Griechenland, wo nur 17,50 Euro erwirtschaftet werden. Allerdings hinken die Spanier deutlich hinter hoch entwickelten Ländern wie Deutschland her, deren Arbeitsproduktivität bei mehr als 39 Euro liegt.

Fazit: Spanien befindet sich in einer lang anhaltenden Krise und hält auf Dauer mit stärkeren Euro-Ländern nicht Schritt.

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