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Analyse Die Euro-Länder im Check

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Italien: Wachstum mickrig, Schulden turmhoch

Italiens Premierminister Quelle: Stringer/REUTERS

Die Italiener wollen sparen - aber bitte nur ein bisschen. Aber das reucht nicht.

Italiens Staatsverschuldung ist schon seit über zehn Jahren astronomisch hoch, jetzt erreichte sie 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das Wachstum ist mickrig und die Wirtschaft reformbedürftig. Trotzdem galt die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone lange als einigermaßen robust. Die Wirtschaft ist im Kern - zumindest im Norden - gesund, das Leistungsbilanzdefizit hält sich mit etwa 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in Grenzen, Auslandsschulden machen nur 39 Prozent an den gesamten Staatsverbindlichkeiten aus.

Zudem sind die Schulden mit einer durchschnittliche Restlaufzeit der Anleihen von sieben Jahren eher langfristig.

Italien

Dennoch geriet das Land in den Fokus der Märkte. Die Kurse stürzten ab, die Renditen schossen in die Höhe. Die EZB griff ein, kaufte italienische Staatsanleihen und sorgte so für Beruhigung. Italiens Kabinett beschloss rasch Kostensenkungen und Steuererhöhungen im Volumen von 45,5 Milliarden Euro. Damit wollte das Land bereits 2013 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Tatsächlich wäre eine Sanierung der italienischen Finanzen möglich: Die Neuverschuldung lag 2010 nur bei 4,7 Prozent. Doch die Italiener neigen zu Dolce Vita.

Nachdem sich die Turbulenzen auf den Märkten gelegt hatten, lockerten sie ihr Sparprogramm. EZB-Chef Jean-Claude Trichet warnte die Italiener davor, ihre bisher drittbeste Bewertung im Schuldendienst zu verspielen. Nun will Ministerpräsident Silvio Berlusconi vielleicht doch ernsthafter sparen.

Herabstufung droht

Dennoch stellen sich die Finanzmärkte auf schlechte Nachrichten ein. Die Ratingagentur Moody´s, heißt es, werde nächst Woche das Land herabstufen, die beiden andern Agenturen würden folgen.

Fazit: Italien könnte stabil bleiben, doch die politische Führung vergrätzt die Märkte.

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