WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Analyse Die Euro-Länder im Check

Seite 9/11

Irland: Bangen um die Banken

Die irische Flagge vor dem Quelle: dpa

Die Zukunft der Insel liegt in der Hand der Banker.

Die Zahlungsfähigkeit des irischen Staates hängt am Schicksal der Geldhäuser, denn die Regierung bürgt für die Banken. Bereits nach dem Platzen der Immobilien-Blase hat sich die Regierung bei der Rettung der maroden Geldhäuser übernommen: Die Staatsverschuldung wird von 65 Prozent in 2009 auf 114 Prozent in 2011 steigen. Die Arbeitslosigkeit verdoppelte sich und lag zuletzt bei 14,7 Prozent. Eine Erholung ist nicht in Sicht.

Irland

Der IWF erwartet 2011 ein Wachstum von mickrigen 0,5 Prozent, und auch Frühindikatoren wie der PMI für die deutsche Industrie signalisieren bisher keinen Aufschwung. Mitte Juli senkte die Ratingagentur Moody´s die Bonität des Landes auf Ramschstatus und trieb die Renditen für Staatsanleihen auf Rekordhöhe. Ist Irland dem Untergang geweiht? Positive Nachrichten kommen von der Troika aus EU, EZB und IWF: Die Sanierung laufe wie geplant, heißt es. Die Märkte honorieren die Sparbemühungen: Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen ist in den vergangenen Wochen von 14 auf 8 Prozent gesunken.

Rainer Guntermann von der Commerzbank ist deshalb optimistisch, dass Irland in zwei Jahren wieder private Gläubiger findet. Hinzu kommt: Die irische Wirtschaft ist sehr wettbewerbsfähig. Allerdings müssten die Iren, um ihre Staatskassen zu füllen, Unternehmen nicht mit Steuervorteilen ködern, sondern die bisher sehr hohen Lohnstückkosten senken.

Fazit: Solange keine neuen Hiobsbotschaften von den Banken kommen, drohen Irland keine weiteren Herabstufungen.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%