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Anschlag in Jerusalem Lkw-Fahrer fährt in Jerusalem in Menschenmenge

Die vier Opfer waren allesamt Soldaten, die gerade aus einem Bus ausstiegen. Der Angreifer stammte nach Angaben der Polizei aus einem arabischen Viertel Ostjerusalems.

Bei einem Anschlag mit einem Lkw in Jerusalem sind vier Soldaten getötet worden. Quelle: REUTERS

Ein Palästinenser ist am Sonntag in Jerusalem mit einem Lkw in eine Gruppe von Soldaten gerast und hat vier von ihnen getötet. 15 weitere seien verletzt worden, einer von ihnen schwer, teilten die Rettungsdienste mit. Der Angreifer selbst sei erschossen worden, hieß es von der Polizei. Er stammte demnach aus einem arabischen Viertel Ostjerusalems. Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas begrüßte die Tat, übernahm aber nicht die Verantwortung.

Polizeisprecherin Luba Samri sagte, der Fahrer sei auf einer Straße im Viertel Armon Hanatziw unterwegs gewesen und habe den Wagen in die Gruppe von Soldaten gelenkt, die am Straßenrand gerade aus einem Bus ausgestiegen sei. Auf einem vom israelischen Fernsehen ausgestrahlten Überwachungsvideo war der Anschlag zu sehen. Der Fahrer setzte noch einmal zurück, nachdem er in die Menge gerast war, um offenbar noch mehr Menschen niederzufahren. Schließlich wird er erschossen.

Der Sanitäter Chen Lendi Scharon war als einer der ersten am Anschlagsort und sagte, zehn Personen seien unter dem Lkw eingeklemmt gewesen. Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes waren die vier Todesopfer alle zwischen 20 und 30. Es handelte sich demnach um drei Frauen und einen Mann.

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Seit September 2015 kommt es immer wieder zu tödlichen Attacken von Palästinensern auf Israelis. Meist setzen die Angreifer dabei Messer ein, vereinzelt rasten sie aber auch mit Autos in Menschenmengen. Mittlerweile 40 Israelis und zwei Amerikaner kamen ums Leben, 229 Palästinenser wurden erschossen, die meisten von ihnen waren nach israelischer Darstellung Angreifer.

In den vergangenen Monaten waren die Angriffe aber deutlich zurückgegangen. Die Toten vom Sonntag waren die ersten auf israelischer Seite seit drei Monaten. Gleichzeitig war es auch einer der opferreichsten Angriffe, seit diese begannen.

Hamas-Sprecher Abdul-Latif Kanu rief andere Palästinenser auf, dem Beispiel des Angreifers zu folgen und den Widerstand gegen die Israelis auf eine neue Stufe zu stellen. Der Anschlag zeige, dass dieser gewaltsame Widerstand trotz einer Ruhephase nicht beendet sei. „Er mag ruhig sein, er mag verharren, aber er wird niemals enden“, sagte Kanu.

Der Bürgermeister von Jerusalem, Nir Barkat, rief die Einwohner zur Wachsamkeit auf, forderte sie aber gleichzeitig auf, ihr Leben weiterzuleben. „Leider gibt es keine Grenze für die Grausamkeit von Terroristen, die keine Möglichkeiten auslassen, um Juden zu töten und deren Lebensart zu zerrütten.“

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