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Anti-Terror-Koalition Hollande schmiedet Bündnis-Pläne mit Putin

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Putin lässt offen, wie weit er sich bewegt

Frankreichs Präsident will die Gräben schließen und Putin mit ins Boot holen. Er sieht die Grande Nation im „Krieg“ mit dem Terrorismus. Doch er weiß, ohne militärische Hilfe kann die Atommacht diesen Feldzug nicht gewinnen. Dem Treffen mit Putin ging ein diplomatischer Marathon von Treffen mit US-Präsident Barack Obama, dem britischen Premier David Cameron und Kanzlerin Angela Merkel diese Woche voraus.

Auch die sonst zurückhaltende Kanzlerin ist inzwischen überzeugt: „Der Islamische Staat muss mit militärischen Mitteln bekämpft werden.“ Am Donnerstag beschließt die Bundesregierung, als Konsequenz aus den Pariser Anschlägen mit „Tornado“-Aufklärungsjets und einem Kriegsschiff in den Kampf gegen den IS einzugreifen. Zudem sollen ein Tankflugzeug und Satellitenaufklärung zur Verfügung gestellt werden.

Hollande begegnet Putin mit einer klaren Vorstellung, was für ein Bündnis geschehen muss. Russland muss sich bei seinen Luftangriffen auf den IS konzentrieren; Russland darf nicht die Augen vor Gräueltaten des syrischen Regimes gegen das eigene Volk verschließen; Russland muss sich für einen Machtwechsel in Syrien stark machen.

Putin gibt sich bereit für eine engere Zusammenarbeit, lässt aber offen, wie weit er sich bewegt. Auch die politische Eiszeit zwischen Russland und der Türkei nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch das türkische Militär soll daran nichts ändern. Putin sieht Russland als Führer eines breiten Bündnisses.

Nach den Anschlägen von Paris am 13. November hatte er Hollande schnell die Hand gereicht. Putin wies sein Militär an, Frankreich im Syrien-Konflikt „wie einen Verbündeten“ zu behandeln.

Ausland



Doch Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow macht auch klar, dass Russland Frankreich eher als Initiator sieht. Den Ton geben andere an. „Die jetzige Situation erfordert eine aktivere Zusammenarbeit vor allem der USA und Russlands, die eine besondere Verantwortung für die weltweite Sicherheit tragen“, betont Uschakow.

Dass es zu einer Koalition kommen könnte, schließt der russische Experte Fjodor Lukjanow nicht aus. Aber mehr als eine Zweckgemeinschaft könne dies nicht werden. „Eine solche Vereinigung kann offenkundig nicht zu etwas Stabilem und Dauerhaftem führen“, schreibt der Herausgeber der Zeitschrift „Russia in Global Affairs“. „Über eine konkrete Mission hinaus wird die harte Konkurrenz wieder losbrechen.“

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