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Arabische Welt Achse des Misstrauens

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Er brachte Amerika den Terror Quelle: dapd

Und zwar vor allem den nach „Nine eleven“ jahrelang generell verdächtig anmutenden Arabern. Die Sicherheitskontrollen der USA haben den Graben zwischen ihnen und der westlichen Führungsmacht deutlich vertieft; Araber hörten auf, in Scharen nach Amerika zu reisen, dort zu investieren, zu konsumieren und zu studieren. In Harvard, der renommiertesten amerikanischen Universität, sank die Zahl der arabischen Studenten von 2000 bis 2010 von ungefähr 380 auf 80. Niemand hält die Außenstellen amerikanischer Universitäten in Abu Dhabi und Dubai für einen vernünftigen Ersatz.

Übles Vermächtnis

Wirtschaftlich gelitten haben die wohlhabenden arabischen Länder kaum unter der Entfremdung von Amerika. Dafür hat schon der fast immer steigende Ölpreis gesorgt. Trotzdem: Das geschwundene Vertrauen schmerzt. Als Politiker in Washington 2006 dafür sorgten, dass der Staatskonzern DP World aus Dubai keine Seehäfen in den USA auf Dauer erwerben konnte, brach ein großes Stück Vertrauen aus den Beziehungen zwischen dem Westen und den reichen Arabern. Ein Zustand, dessen unangenehme Folgen in der Schuldenkrise Dubais 2009 und 2010 deutlich wurden.

Das fehlende Vertrauen – in beiden Richtungen – zeigt sich gelegentlich auch zwischen Arabien und dem Westen. Was das größte saudische Bauunternehmen wenigstens nicht daran hindert, deutsche Subunternehmer für Spezialaufgaben beim atemberaubenden Umbau der Pilgerstadt Mekka zu einer Hochhausmetropole heranzuziehen. Nichts in der Tätigkeit des Familienunternehmens Saudi Bin Ladin Group erinnert an das üble Vermächtnis des missratenen Halbbruders von Vorstandschef Bakr Bin Mohammed Bin Ladin, abgesehen vielleicht von der Maßlosigkeit der Ziele.

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