Asien-Pazifik-Gipfel Südkorea und China beschließen Freihandelsabkommen

Die USA und China liefern sich ein Wettrennen um Partner für ihre konkurrierenden Handelsabkommen. Obama verhandelt mit elf Staaten. Die Chinesen einigen sich mit Südkorea.

Südkoreas Wirtschafts- und Handelsminister Yoon Sang-jick (l.) und sein chinesischer Kollege Gao Hucheng einigen sich auf ein Freihandelsabkommen. Quelle: dpa

China und Südkorea haben sich auf die Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens geeinigt. Das teilte das Büro der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye am Montag mit. Zuvor war sie mit ihrem chinesischen Kollegen Xi Jinping beim Gipfel der Asiatisch-pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft Apec zusammengetroffen. US-Präsident Barack Obama warb bei dem Gipfeltreffen für ein eigenes Freihandelsabkommen unter Führung seines Landes.

China

Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt propagieren beide den Freihandel - aber nach ihren jeweils eigenen Vorstellungen. Während die USA für die Transpazifische Partnerschaft werben, verfolgt China die Bildung einer selbst konzipierten asiatisch-pazifischen Freihandelszone. China will seine Rolle als Gastgeber der ersten großen Konferenz seit dem Amtsantritt von Präsident Xi Jinping nutzen, um möglichst viele Apec-Staaten für seine Vorstellungen zu gewinnen.

Tauwetter zwischen China und Japan Quelle: AP

Park und Xi seien sich „faktisch“ einig, erklärte das südkoreanische Präsidialbüro. Der chinesische Präsident sprach von einem „erheblichen Fortschritt“.

Handelsgespräche laufen seit Mai 2012

Die Einigung sieht für die kommenden 20 Jahre eine Beseitigung der Zollgebühren auf mehr als 90 Prozent des Güterverkehrs zwischen den beiden Ländern vor. Südkoreas Reis- und Autoindustrie ist von dem Deal zwar ausgenommen. Doch sollen dafür 70 Prozent des Handels mit anderen Agrarprodukten liberalisiert werden. Südkorea teilte mit, zum ersten Mal habe China Bereiche wie Finanzen, Telekommunikation und Online-Handel in ein Freihandelsabkommen aufgenommen.

Peking und Seoul hatten die Handelsgespräche im Mai 2012 aufgenommen. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern betrug im vergangenen Jahr umgerechnet 184 Milliarden Euro.

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Obama warb für ein eigenes Freihandelsabkommen. Die Staats- und Regierungschefs mehrerer Pazifikanrainerstaaten hätten zuletzt gute Fortschritte bei der Beseitigung von Hindernissen gemacht, die der angestrebten Transpazifischen Partnerschaft (TTP) im Weg gestanden hätten, sagte er. Über das Abkommen verhandeln zwölf Staaten, darunter Japan, Kanada, Australien und Mexiko unter anderem über den Schutz geistigen Eigentums. Obama wollte am Montag in Peking mit Staatschefs dieser Länder zusammentreffen.

Obama hat das TTP zum Kernstück seiner Bemühungen gemacht, US-Investitionen in der Region voranzubringen. Doch haben US-Beamte vor Beginn der achttägigen Reise des Präsidenten die Erwartungen auf eine Einigung gedämpft. Differenzen gibt es unter anderem mit Japan, das seine Schlüsselindustrien vor ausländischer Konkurrenz schützen will.

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