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Atomabkommen "Der Iran hat kein Recht auf die Bombe"

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"Ordentliche Zuwächse für deutsche und europäische Unternehmen"

Die israelische Regierung befürchtet, dass nun mehr Staaten im Nahen und Mittleren Osten nach Atomwaffen streben könnten. Teilen Sie die Befürchtung?

Nein, denn der Iran hat nicht die Erlaubnis bekommen, Atomwaffen herzustellen. Teheran hat mit diesem Abkommen zugesagt, dass es den militärischen Weg zur Nutzung des Atoms nicht gehen wird und drastische Beschränkungen und Kontrollen akzeptiert. Warum sollten andere nun den Weg Richtung Atomwaffen gehen, wenn der Iran nicht danach strebt? Das ist für mich nicht logisch.

Andere Länder könnten aber gleiche Rechte zur friedlichen Nutzung der Atomkraft einfordern...

Von Saudi-Arabien hören wir so etwas bereits. Aber das Modell Iran zeigt: Ja, zur Atomkraft mit weitgehenden Einschränkungen in Punkto Uran anreichern und aufbereiten. Außerdem: Verzicht auf Plutonium.

Akteure im Atomkonflikt mit Iran

Nun muss das Abkommen ratifiziert werden. Wie realistisch ist es, dass der republikanisch dominerte US-Kongress dem Abkommen zustimmt?

Der Kongress hat nun 60 Tage Zeit, sich das Abkommen anzuschauen und darüber abzustimmen. Sollte der Kongress es ablehnen, kann Präsident Barack Obama sein Veto dagegen einlegen. Und dies könnte aus dem Senat nur mit einer Zweidrittelmehrheit überstimmt werden. Da es die nicht geben wird, kann es auch sein, dass der Kongress gar nichts macht und das Abkommen schlicht toleriert. Die Republikaner wissen, dass sie nicht die notwendige Mehrheit haben, um das Abkommen zu verhindern.

Und wie sieht es auf Seiten des Iran aus?

Genau wie der amerikanische Kongress seinen Präsidenten ärgern will, möchte auch das iranische Parlament seinen Präsidenten ärgern. Dort wird es wohl keine Versuche geben, das Abkommen zu verhindern. Aber manche werden probieren, dem Präsidenten in die Kniekehlen zu treten.

Ausland



Die deutsche Wirtschaft setzt große Hoffnung in den Deal und will binnen vier Jahren ihr Exportvolumen auf zehn Milliarden Euro verfünffachen. Sind die Hoffnungen berechtigt?

Genaue Zahlen lassen sich nicht prognostizieren. Die Europäer waren aber stärker als andere Volkswirtschaften von den Sanktionen betroffen, da die EU weitreichendere Sanktionen als der UN-Sicherheitsrat verhängt hat. Europäische Firmen haben zudem auf Geschäfte im Iran verzichtet, um ihre US-Aktivitäten nicht zu gefährden. Insofern können wir davon ausgehen, dass es für deutsche und europäische Unternehmen ordentliche Zuwächse geben wird.

In welchen Bereichen?

Es gibt einen großen Investitionsbedarf in der Konsumgüterindustrie, bei Fahrzeugen und bei der Offshore-Gasproduktion.

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