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Atommüll Ukraine beginnt Tschernobyl-Zwischenlager zu testen

Mehr als 21.000 radioaktive Brennelemente müssen in ein neues Lager gebracht werden. Das Zwischenlager soll eine gefahrenlose Lagerung von 100 Jahren garantieren.

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Die Baukosten wurden ursprünglich mit mehr als 381 Millionen Euro veranschlagt. Quelle: dpa

Die Ukraine hat in der Sperrzone um das 1986 explodierte Kernkraftwerk Tschernobyl Tests für ein neues Atomzwischenlager begonnen. Es sei mit neun Brennelementen begonnen worden, teilte die Zonenverwaltung in der Nacht zum Freitag bei Facebook mit. Dabei handelt es sich um abgebrannte Elemente von drei der vier zwischen 1971 und 2000 im Kernkraftwerk in Betrieb befindlichen Atomreaktoren. Diese lagern bisher in einem Nasslager sowjetischer Bauart, das 1986 in Betrieb ging.

Insgesamt müssen offiziellen Angaben zufolge mehr als 21.000 radioaktive Brennelemente in Spezialbehältern in ein neues Trockenlager gebracht und einbetoniert werden. Das Zwischenlager soll demnach nach der Inbetriebnahme eine gefahrlose Lagerung des Atommülls für 100 Jahre garantieren. Die Baukosten wurden ursprünglich mit mehr als 381 Millionen Euro veranschlagt.

Die Explosion des Blocks 4 im damals noch sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl im April 1986 gilt als die größte Atomkatastrophe der zivilen Nutzung der Kernkraft. Es gab Tausende Tote und Verletzte. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt. Radioaktiv verstrahlte Landstriche um die Atomruine wurden gesperrt.

Die Ukraine versucht, das Gebiet wieder wirtschaftlich zu nutzen. Tourismus ist zugelassen und ein Solarkraftwerk wurde gebaut. Im Bau befindlich ist zudem ein weiteres Atomzwischenlager für drei der vier aktuell betriebenen ukrainischen Atomkraftwerke. Derzeit bezieht die Ex-Sowjetrepublik über die Hälfte ihres Stroms aus der Kernkraft.

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