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Aufwertung gegenüber Euro Franken-Schock in Schweizer Unternehmen

Ein Drittel der Schweizer Unternehmen denkt über Entlassungen nach. Eine Folge der massiven Aufwertung des Schweizer Franken nach der Aufgabe des Wechselkursziels zum Euro.

Schweizer Exportschlager, die nun teurer werden
Ovomaltine Quelle: AP
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Lindt-Schokoladenhasen

33 Prozent der Schweizer Unternehmen denken darüber nach, als Reaktion auf die massive Aufwertung des Schweizer Franken die Zahl ihrer Mitarbeiter in der Schweiz zu reduzieren. Weitere acht Prozent verfolgen sogar bereits konkrete Pläne für Jobkürzungen. Dies ist das Ergebnis einer Mercer-Befragung unter 62 Schweizer Unternehmen.

Das Beratungsunternehmen befragte die Firmen, nachdem Mitte Januar die Schweizer Nationalbank (SNB) aufgab, den Franken/Euro-Kurs bei 1,20 zu halten. Damals sackte der Euro gegen dem Franken binnen Kürze um rund 40 Prozent ab, die Schweizer Börse verlor binnen Minuten acht Prozent. Aktuell handelt der Euro bei rund 1,07 Franken.

"Dass ein so großer Teil der befragten Unternehmen darüber nachdenkt, mit einem Personalabbau auf den starken Franken zu reagieren, ist ein deutliches Signal“, sagt Stephan Pieronczyk, Personalexperte bei Mercer in Zürich. Die Auswirkungen der Entkopplung vom Euro seien „gerade bei exportstarken Unternehmen spürbar. Diese suchen nun nach Wegen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten“, so Pieronczyk.

Statements zur Franken-Freigabe der Schweizer Notenbank

Gehälter werden nicht erhöht

Nicht nur Entlassungen drohen. Laut der Studie haben auch nur noch 54 Prozent der Unternehmen vor, ihre bereits vor dem SNB-Entscheid geplanten Gehaltserhöhungen umzusetzen. 16 Prozent gaben an, dass sie den Markt weiter beobachten und zu einem späteren Zeitpunkt darüber entscheiden werden, ob sie die Grundgehälter anpassen. Sechs Prozent der Unternehmen haben die Gehälter eingefroren, drei Prozent beschränken die Gehaltserhöhungen für bestimmte Mitarbeitergruppen.

Die Studie zeigt, dass die Gehaltserhöhungen 2015 bei den 62 Unternehmen voraussichtlich bei etwa 1,5 Prozent liegen werden. Zum Vergleich: Im Januar gingen die Schweizer Unternehmen im Durchschnitt noch von zwei Prozent Gehaltserhöhung aus.

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Der erstarkte Franken trifft auch Bonuszahlungen. Laut Studie denken immerhin elf Prozent der Unternehmen darüber nach, die Boni 2015 zu verringern, obwohl sich diese noch auf Ziele aus dem Vorjahr beziehen.

„Für viele Unternehmen sind Personalkosten wie zum Beispiel die Vergütung ein erster Stellhebel, um auf die neue Situation im Markt zu reagieren“, so Pieronczyk. Die Studienergebnisse zeigten aber, dass es hier kaum kurzfristige "Überreaktionen" gebe. Im Gegenteil: Die meisten Unternehmen prüften mit Bedacht, was kurz- und mittelfristig Erfolg verspreche, und berücksichtigten dabei auch die bisherige Geschäfts- und Personalplanung.

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