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Aus der weiten Welt

In Ostasien pulsiert die globale wirtschaftliche Dynamik

Klaus Methfessel Ehem. Leiter der Georg-von-Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten und ehem. Chefredakteur WirtschaftsWoche Global

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen China, Südkorea und Japan ist es eine krachende Niederlage für die USA.

13. Mai 2012: Die Präsidenten der drei Ostasiatischen Länder auf dem fünften trilateralen Gipfeltreffen in Peking - Lee Myung-bak (links) aus Südkorean, in der Mitte der chinesische Premierminister Wen Jiabao und rechts der japanische Premier Yoshihiko Noda. Quelle: dpa

Große Worte fielen, als China, Südkorea und Japan am vorigen Wochenende auf ihrem Gipfeltreffen in Peking Verhandlungen über eine gemeinsame Freihandelszone ankündigten. Chinas Regierungschefs Wen Jiabao sprach von einer „wichtigen strategischen Entscheidung“, gar von einem „neuen historischen Startpunkt“ für die Zusammenarbeit der drei Länder, die ihre wirtschaftliche Integration vorantreiben wollen.

Im Westen hielt man das für Wortgeklingel – die Idee ist nicht wirklich neu, und Freihandelsabkommen sind seit dem Scheitern der Doha-Welthandelsrunde weltweit en vogue. Kein Grund also sich aufzuregen, haben viele wohl gedacht. Auch die EU und die USA haben mit Südkorea jüngst ebenfalls Freihandelsabkommen geschlossen.

Aber insbesondere für die USA enthält die Ankündigung aus Peking Sprengstoff. Die offizielle Aufnahme von Verhandlungen mit Südkorea und Japan ist ein Erfolg der chinesischen Wirtschaftsdiplomatie, das Signal eines selbstbewussten Rivalen, der die Versuche der Amerikaner, China mit einer eigenen Handelsinitiative im Pazifik zu isolieren, erfolgreich durchkreuzt.

Kleiner als der Nafta - vorerst

Allein schon die Zahlen zeugen von der wirtschaftlichen Relevanz des Unterfangens. Mit einem Freihandels- und, wie angekündigt, Investitionsschutzabkommen zwischen China, Südkorea und Japan entstünde ein Wirtschaftsblock, der es mit den beiden anderen großen regionalen Zusammenschlüssen EU und Nafta aufnehmen kann. Mit einem Anteil von 20 Prozent des Welt-Bruttoinlandsprodukts wäre er derzeit zwar noch etwas kleiner der Nafta (USA, Kanada und Mexiko) mit 27 Prozent und die EU mit 26 Prozent.

Doch aufgrund der höheren Wirtschafsdynamik Chinas und auch Koreas ist es nur eine Frage weniger Jahre, wann der ostasiatische Block an EU und Nafta vorbeiziehen und mehr und mehr die Geschicke des Welthandels bestimmen wird. Bei der Bevölkerungszahl, ein grober Indikator für das Wachstumspotenzial in Zeiten der Globalisierung bringt der Dreierbund mit knapp 1,5 Milliarden Menschen EU und Nafta dreimal so viel auf die Waage wie jeweils die EU (500 Millionen) und die Nafta (460 Millionen).

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