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USA und China im Handelskonflikt: Kalter Krieg 2.0? Quelle: dpa

Stell Dir vor, es ist Kalter Krieg 2.0...

Das Duell zwischen den USA und China wird für deutsche Weltmarktführer zu einem Geschäftsrisiko der neuen Dimension. Die Huawei-Affäre ist erst der Anfang.

Er ist für viele der Inbegriff des Bösen. Der Prototyp des Rechtspopulisten. Ex-Donald-Trump-Berater Steve Bannon gilt als gefährlicher Hetzer. Und so wird er auch nicht müde, die Konfrontation zwischen Washington und Peking zum ultimativen Konflikt heraufzubeschwören. „Wir sind im Krieg mit China“, sagte er vor Kurzem einem US-TV-Sender.

Tatsächlich macht sein ehemaliger Chef gerade alles dafür, dass sich dieser Eindruck in der Weltöffentlichkeit festsetzt. Längst geht es nicht mehr nur um einen Handelskonflikt. Der Vorwurf der unfairen Zölle bildete nur die Ouvertüre zum Jahrhundertduell zwischen zwei Supermächten.

Peking ist Washington zu gefährlich geworden. Auf jedem Kontinent haben sich die Chinesen eingekauft. Sie sichern sich Lebensmittel, Rohstoffe und Einfluss. Ihre Seidenstraßen-Initiative wurde zum Symbol für die Ambition auf die Weltherrschaft.

Was Trump nun vom Zaun reißt, ist eine Art Kalter Krieg 2.0. Gerade gibt es zwei neue Schauplätze. Nummer eins liegt in Venezuela, wo die Chinesen Nicolás Maduros Regime stützen und die USA den Herausforderer. Nummer zwei heißt Huawei.

Angeblich hat dieser mächtige Technologiekonzern Iran-Sanktionen verletzt und irgendeinen Roboterarm von T-Mobile geklaut. Dafür wurde er nun angeklagt. Doch schon immer machten die USA mithilfe ihres Sanktionsregimes Politik. Und das läuft diesmal nicht anders ab – allerdings in einer ganz neuen Dimension und darum für europäische Weltmarktführer so gefährlich.

Washington baut nämlich an einer Anti-China-Allianz. Nicht nur in Berlin lobbyieren Trumps Emissäre gegen den Einsatz von Huawei-Technologie. Für den Vorwurf der Spionage gibt es zwar keine Beweise, aber dass Huawei in einer faktischen Diktatur beheimatet ist, reicht für die Argumentation aus. Chinas EU-Botschafter droht bereits, die Ablehnung chinesischer Technologie bei europäischen Projekten werde „schwerwiegende Folgen“ haben.

Weitere Eskalationsstufen auf anderen Feldern lassen sich nun unschwer ausmalen. Heute verzichten deutsche Firmen auf ihr überschaubares Iran-Geschäft, damit das US-Geschäft nicht leidet. Müssen sie morgen auf Teile ihres existenziellen China-Geschäfts verzichten? Oder verlangt Peking Konzessionen im US-Markt? Bevor es so weit kommt, sollte sich Brüssel einen schlauen Plan zurechtlegen, wie es sich in diesem Konflikt positionieren will.

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