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Berlin-Besuch Serbischer Präsident - EU-Beitritt 2025 hängt von uns selbst ab

Beim Treffen zwischen dem serbischen Präsidenten und Angela Merkel geht es vor allem um den EU-Beitritt Serbiens. Die Kanzlerin lobt den Vorstoß.

BerlinSerbien hat das Datum eines EU-Beitritts nach Ansicht von Präsident Aleksandar Vucic selbst in der Hand. „Wir werden harte Entscheidungen in Zukunft treffen müssen“, sagte Vucic am Freitag vor einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel in Berlin zu den EU-Beitrittsbedingungen. „Was den Beitritt zur EU anbelangt, ob das 2025 stattfinden wird oder in einem anderen Jahr, wird von uns abhängen.“ Sein Land wolle dazu beitragen, alle Konflikte auf dem Westbalkan zu verhindern. „Jeglicher Konflikt auf dem Balkan würde die Länder 100 Jahre zurückwerfen.“

Hintergrund sind Spannungen wie in Mazedonien und Bosnien-Herzegowina, das Verhältnis zwischen Serbien und dem Kosovo sowie Berichte über russische, türkische und chinesische Einflussnahme auf Länder mit EU-Beitrittsperspektive. Größtes Hindernis ist jedoch der Dauerkonflikt zwischen Serbien und seiner vor zehn Jahren abgefallenen und heute selbstständigen ehemaligen Provinz Kosovo. Am 17. Mai wird sich ein EU-Gipfel in Sofia mit den Beitrittsperspektiven der Westbalkan-Länder befassen.

Merkel hat Serbien eine Schlüsselrolle für die Entspannung der Konflikte im westlichen Balkan zugewiesen. Die Kanzlerin würdigte, dass Serbien einen mutigen Reformkurs eingeschlagen habe. „Das schlägt sich auch in der wirtschaftlichen Entwicklung nieder“, sagte sie. Vucic verwies auf die steigende Handelsbilanz. 2017 habe das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Serbien 4,4 Milliarden Euro betragen. Im ersten Quartal 2018 habe es bereits eine Steigerung um 12,6 Prozent gegeben.

Vucic dankte Merkel und Deutschland für den Beitrag zur Krisenbewältigung auf dem Balkan. Neue Konflikte könnten die Länder der Region um 100 Jahre zurückwerfen, warnte er. Deshalb müsse alles getan werden, um eine Destabilisierung zu vermeiden. Deutschland sei der wichtigste Partner der Republik Serbien. Für den angestrebten EU-Beitritt stehe das Land vor „harten Entscheidungen“. Ob der Beitritt 2025 erreicht werden könne, hänge von Serbien selbst ab.
Die EU will unter der bulgarischen Präsidentschaft in der ersten Hälfte 2018 den Kontakt zu den sechs Westbalkanländern erheblich ausbauen und deren Beitrittsperspektive bekräftigen.

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