Bernie Sanders Hillary Clintons Gegner will weiter kämpfen

Hillary Clinton gewann in Washington DC auch die letzte der demokratischen Vorwahlen. Ihr Kontrahent Bernie Sanders gibt dennoch nicht auf. In einer Rede spricht er von Wandel und einem entschiedenen Kampf gegen Trump.

US-Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders hat versprochen, mit der designierten demokratischen Kandidatin Hillary Clinton an Veränderungen innerhalb der Demokratischen Partei zu arbeiten. Seine „politische Revolution“ müsse weitergehen, sagte Sanders am Donnerstag per Online-Ansprache an seine Anhänger.

Sie müssten sicherstellen, dass der republikanische Rivale Donald Trump besiegt werde, sagte der Senator des US-Staates Vermont. „Nach Jahrhunderten des Rassismus, Sexismus und der Diskriminierung aller Art in unserem Land brauchen wir keinen Kandidaten einer großen Partei, der Fanatismus zu einem Grundpfeiler seiner Kampagne macht. Wir können keinen Präsidenten haben, der Mexikaner und Latinos, Muslime, Frauen und Afroamerikaner beleidigt“, sagte Sanders. Seine Rolle bei diesem Prozess werde er voraussichtlich in Kürze aufnehmen.

„Donald Trump zu besiegen kann nicht unser einziges Ziel sein“, sagte Sanders. Sein Lager müsse auch weiter an seinen basisdemokratischen Bemühungen festhalten, um „das Amerika zu schaffen, von dem wir wissen, dass wir es werden können“. Er wies auf die 1900 Delegierten hin, die er im Vorwahlkampf gewonnen hatte.

Trumps Ansichten im Faktencheck
Milliardär und Republikaner Donald Trump Quelle: dpa
Trump und Putin Quelle: dpa
New York City am 11. Septembers 2001 Quelle: dpa
Trump und Geld Quelle: REUTERS
Trump und HandelTrump: „Beim Handel gehen wir völlig unter. . Mit China werden wir handelsmäßig 505 Milliarden Dollar verlieren. . . Mexiko, (sind es) 58 Milliarden Dollar. Japan, wahrscheinlich etwa, sie wissen es noch nicht genau, aber (da sind es) etwa 109 Milliarden Dollar.“ Die Fakten: Trump liegt beim US-Handelsdefizit mit China völlig daneben. Es betrug 2015 insgesamt 365,7 Milliarden Dollar – ein Rekord und das größte Defizit der USA mit einem anderen Land. Doch das US-Defizit mit allen Ländern zusammen lag vergangenes Jahr bei 531,5 Milliarden nach 508,3 Milliarden im Jahr 2014 – also etwa so viel wie Trump nur dem Handel mit China zuschrieb. Bei den Zahlen für Mexiko lag Trump richtig, nicht aber bei jenen für Japan. Es betrug im vergangenen Jahr nicht 109 Milliarden, sondern 68,6 Milliarden. Quelle: dpa
Donald Trump Quelle: AP
Donald Trump und Hillary Clinton Quelle: dpa

Aufgenommen hatte Sanders die Rede in seiner Heimatstadt Burlington in Vermont. Es könnte die letzte Ansprache des Bewerbers vor dem Nominierungsparteitag der Partei in Philadelphia Ende Juli gewesen sein. Seine Aufgabe im Rennen um die Präsidentschaftsnominierung erklärte er weiterhin nicht. Wie zuvor verzichtete er ebenfalls darauf, Clinton als die wahrscheinliche Nominierte zu bezeichnen. Stattdessen bot er eine lange Liste mit politischen Vorschlägen an, von denen er hoffe, dass die Partei sie bestätigen werde.

Sanders hat bislang darauf verzichtet, Clinton seine offizielle Unterstützung auszusprechen. Bei den Vorwahlen der Demokraten hatte er seiner Widersacherin überraschend stark Paroli geboten. Dennoch gewann Clinton am Ende rund 390 festgelegte Delegierte für die Präsidentschaftsnominierung mehr und dürfte beim Parteitag in Philadelphia zur offiziellen Kandidatin gekürt werden.

Am Dienstagabend (Ortszeit) hatten sich die beiden demokratischen Bewerber in einem Hotel in der Hauptstadt Washington zu Gesprächen getroffen. Sanders machte in seiner Ansprache nun klar: „Es ist kein Geheimnis, dass Clinton und ich starke Meinungsverschiedenheiten bei einigen sehr, sehr wichtigen Themen haben.“ In anderen Bereichen gebe es aber nahezu gleiche Ansichten.

Er freue sich darauf, dass die beiden Lager weiter miteinander sprächen, um sicherzustellen, dass die Stimmen seiner Anhänger auf dem Parteitag gehört würden und damit der Konvent „die fortschrittlichste Plattform“ in der Geschichte der Partei werde, so Sanders. Er erwarte, mit Clinton daran zu arbeiten, „die Demokratische Partei zu transformieren, so dass sie eine Partei der arbeitenden und jungen Leute wird, und nicht nur der wohlhabenden Kampagnenspender“.

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