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Bettina Röhl direkt

Obama und die "drei Geißeln" der Menschheit

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Der Antiamerikanismus in Amerika

Obamas Isispolitik hat einen massiven türkischen Schönheitsfehler. Obama beugt sich Erdogans Kurden- und PKK-Politik und fördert sie damit faktisch. Auf Kurden, die eine türkische Polizeistation angegriffen hatten, vermutlich, weil sie unzufrieden waren, dass die Türkei die Kurden in ihrem Kampf gegen Isis behindert, lässt Erdogan schon mal mittels Kampfjets Bomben abwerfen. Sowas nennt man normalerweise Bürgerkrieg. Das Junktim, das man auch Erdogan-Doktrin nennen könnte, dass es nur einen gleichzeitigen Kampf gegen Assad und Isis geben könnte, wenn man denn diese Doktrin so nehmen will, wie sie verkauft wird, ist indes kein Naturgesetz und hat auch keine Logik, aber der Westen und Obama vorne weg beugen sich dieser Doktrin. Obamas Geißel Nr. 3 namens Isis ist also eine höchst überflüssigerweise selbst gemachte Weltkatastrophe, die erst am Anfang steht.

Zaudernde US-Präsidenten sind eine Gefahr

Zaudernde US-Präsidenten, die sich nur mit großen Schwierigkeiten in die Weltpolitik hineingedacht haben, sind eine eigene unerkannte Geißel der Menschheit. Der unwahrscheinlich schwache Jimmy Carter hat wesentliche Ursachen für das Verstärken der radikalen Strömungen im Islam und die Schwächung der moderaten Kräfte gesetzt, als er Khomeini, den Gründer des neuen Iran, wie man wohl sagen darf, gegen den verhassten Schah von Persien, der Frauenbefreiung und kulturelle und wirtschaftliche Modernität nach Persien gebracht hatte, gewähren ließ.

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Einem verhassten Macher wie Ronald Reagan wird man dagegen seriöser Weise nicht absprechen können, dass er mit seiner kapitalistischen Aufrüstungspolitik das wirtschaftliche Implodieren der Sowjetunion beflügelt hat. Dem Antiamerikanismus in Amerika selbst, im Westen und im Rest der Welt haben schwache Präsidenten, die das Gute wollten, fatalerweise Vorschub geleistet und Präsidenten wie Ronald Reagan haben diese fatale Haltung gegenüber der einzig verbliebenen Supermacht eher gedämpft.

Es gibt zur Zeit nur ein Amerika und einen singulärem US-Präsidenten, der, ob es ihm passt oder nicht, mindestens tatsächlich gesehen, eine globale Führungsrolle spielt. Ein Präsident, der diese Führungsrolle nicht annimmt, vor ihr flieht, nicht weiß, was er mit ihr anfangen soll, lieber ein Gutmensch sein möchte, dem die Schuhe zu groß sind, der seine vielen Experten und Berater nicht lenken und nicht einschätzen kann, der sich nicht die richtigen Berater zu holen weiß, ist eine Gefahr für die Menschheit und das ist mitnichten übertrieben. Fehlentscheidungen im Weißen Haus verletzten Menschen nicht unmittelbar, töten Menschen nicht unmittelbar, aber ihre Fernwirkung kann Tragödien erzeugen.

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