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Bettina Röhl direkt Wo bleibt die Obama-Doktrin?

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Jetzt ist Obama gefragt

Jetzt ist Obama gefragt. Versagt er komplett wie einst Jimmy Carter, der 1979 im Teheran vorgeführt wurde? Oder kriegt er mit einigen Ladehemmungen jetzt die Kurve?

Eins steht fest: Die aus den Fugen geratene Weltordnung kann Amerika sinnvollerweise nicht allein lösen. Die Nato ist ein schickes Bündnis, mehr auch nicht. Sie kann Amerika unterstützen, ist aber auch in der aktuellen Situation kein homogenes Bündnis.

Der Zerfall Amerikas in Bildern
2011 begann Seph Lawless damit, sich mit dem urbanen Zerfall zu beschäftigen. Er fotografiert verlassene Fabriken, Kirchen, Krankenhäuser - und Shopping Malls. Von dem einstigen Konsumtempel der Ohio’s Randall Park Mall sind nur noch Ruinen übrig.
Nachdem er gut 3000 Fotos geschossen hatte, begann Lawless den Zerfall der Shopping Malls in seinem ersten Buch, " The Autopsy of America" zu dokumentieren.
Sein neues Buch " Black Friday: The Collapse of the Modern Mall" beschäftigt sich mit den einstigen Symbolen für Konsum und Kapitalismus. Von vielen sind nur noch traurige Ruinen übrig, wie hier in der Ohio's Randall Park Mall, früher eine der größten Malls in ganz Amerika.
Wo früher gut gelaunte Shopping-Liebhaber ihren Kaffee tranken, finden sich heute nur noch Scherben.
"Ich hoffe, dass die Leute meine Bilder sehen und das Ende der größten Wirtschaftsmaschine der Welt erkennen - die Vereinigten Staaten von Amerika", so Lawless.
Hier blüht nichts mehr. Nirgendwo werde der Zerfall Amerikas so deutlich wie an den Shopping Malls, meint Seph Lawless.
Auch die Rolling Acres Mall in Akron, Ohio, hat ihren früheren Glanz verloren.

Die höhere Vernunft gebietet es, dass Obama zu Größe aufläuft und Putin, den er eben noch bekämpft hat, ins Boot holt. Russland muss zu einem engen Verbündeten des Westens gemacht werden. Denn das Land hat ähnliche Probleme wie der Westen.

Russland ist Teil der westlichen Geschichte und eigentlich nur artifiziell durch die kommunistische Revolution aus Europa herausgefallen. Das Land ist die zweite globale aktionsfähige Atommacht. Und: Russland und der Westen sind in allen aktuellen Konflikten egentlich natürliche Verbündete, von dem maßlos aufgeblasenen Ukrainekonflikt abgesehen, den Putin so schnell wie möglich und so elegant wie möglich beenden muss.

Obama muss Allianzen schmieden, wie es einst Bush Senior vorgemacht hat, als er den ersten Irakkrieg führte und am Ende jenen verhassten Saddam Hussein im Amt ließ. Denn er war überzeugt, dass der Unmensch Saddam Hussein das kleinere Übel sein würde gegenüber dem, was die Geschichte ohne Saddam Hussein Realität werden lassen würde.

In Arbeit
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Fehlentwicklungen im Nahen und Mittleren Osten sind vor allem dem großen Vakuum in der westlichen Politik und der Wankelmütigkeit und der Feigheit der westlichen Politiker geschuldet. Es ist absurdes Theater, dass Obama und ähnlich auch David Cameron seit vielen Wochen weltpolitische Totalausfälle sind.

Dafür haben die Deutschen ihren Bundespräsidenten Joachim Gauck, der sich womöglich als Gefangener seiner eigenen Geschichte und seiner Eitelkeit als Ober-Putin-Hasser wenig umsichtig betätigt.

Nach Wochen kompletter Konzeptlosigkeit kündigte Obama nun an, seine Strategie im Umgang mit IS verkünden zu wollen. "Ich will, dass die Bevölkerung versteht, was die Bedrohung ist und was wir dagegen tun werden”. Nach allem Anschein wird es sich jedoch nicht um eine global ausgelegte Doktrin handeln, sondern allenfalls um militärstrategisches Stückwerk, für das Obama Geld vom Kongress locker machen muss. Wo also bleibt Obamas Konzept?

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