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Bilanz-Betrug Große Koalition einig beim Wirecard-Gesetz: Darum geht es

Der Bundestag könnte das Wirecard-Gesetz bald auf dem Weg bringen. Quelle: Bloomberg

Eine monatelange Hängepartie könnte noch diese Woche zu Ende gehen. Denn offenbar hat sich die große Koalition auf die letzten Details beim Wirecard-Gesetz verständigt. Worum es in dem Gesetz geht.

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Die große Koalition hat sich nach Angaben von CDU und SPD beim Wirecard-Gesetz auf Details geeinigt. Wahrscheinlich wird der Gesetzentwurf damit bereits diese Woche im Bundestag abschließend beraten. Eine monatelange Hängepartie dürfte so bald zu Ende gehen.

Der Finanzskandal um den mittlerweile insolventen Zahlungsabwickler Wirecard habe auch eine gute Seite, sagte die SPD-Abgeordnete Cansel Kiziltepe am Montag, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. „Endlich konnten wir Maßnahmen beschließen, die bisher am Druck der Lobby gescheitert sind. Dazu gehören kürzere Rotationsfristen und höhere Haftung für Wirtschaftsprüfer.“ Dem Wirtschaftsprüfer EY wird vorgeworfen, den Bilanzbetrug nicht entdeckt und die Wirecard-Bücher jahrelang testiert zu haben.

Kiziltepe sagte, wie im Rest von Europa werde es für Prüfer künftig bei Unternehmen von öffentlichem Interesse eine unbeschränkte Haftung bei grober Fahrlässigkeit geben. „Doch das ist nicht das Ende der Fahnenstange: Bei den Wirtschaftsprüfern besteht weiterhin Handlungsbedarf. Perspektivisch brauchen wir eine noch stärkere Trennung von Beratung und Prüfung.“

CDU-Finanzpolitiker Matthias Hauer sagte, die Union habe durchgesetzt, dass kleine und mittelständische Wirtschaftsprüfer faktisch keiner unbegrenzten Haftung bei Fahrlässigkeit unterliegen und deren Tätigkeit damit versicherbar bleibe, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. „Die unbegrenzte Haftung für grobe Fahrlässigkeit verbleibt bei der Prüfung von Kapitalgesellschaften von öffentlichem Interesse – und trifft damit weitestgehend nur die großen Prüfungsgesellschaften. Bei der Prüfung anderer Unternehmen wird diese Haftung auf 32 beziehungsweise zwölf Millionen Euro angehoben.“

Wichtig sei, dass die Konzentration auf dem Markt für Wirtschaftsprüfer, der von vier Anbietern dominiert wird, nicht noch größer werde, so Hauer. Abschlussprüfer müssten nun bereits nach zehn Jahren wechseln. Außerdem müsse es eine interne Rotation des verantwortlichen Prüfers spätestens nach fünf Jahren geben.

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    Laut „Handelsblatt“ sieht der Bundesrechnungshof im Fall Wirecard ein Gesamtversagen. Das gehe aus einem Geheimbericht hervor, so die Zeitung. „Keiner der Akteure – Bundesfinanzministerium, Bundesjustizministerium, Deutsche Bundesbank, Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung DPR – hat die Brisanz des Falles Wirecard frühzeitig erkannt und seine Handlungsoptionen ausgeschöpft, um die Aufklärung mit Nachdruck voranzutreiben und Fehlverhalten zu unterbinden“, heißt es dem Bericht.

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