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Bildung Die Azubis sollen es richten

Bahnmitarbeiter und Beamte demonstrieren gegen die Reformen des französischen Präsidenten Macron. Quelle: dpa

Die praxisnahe Ausbildung in einem Betrieb gilt in Deutschland als guter Start ins Berufsleben. Anders ist die Situation in Frankreich: Dort werden in der Regel nur Schulversager zum Lernen in die Betriebe abgeschoben.

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Die praxisnahe Ausbildung in einem Betrieb gilt in Deutschland als guter Start ins Berufsleben. Ganz anders ist die Situation in Frankreich: Dort werden in der Regel nur Schulversager zum Lernen in die Betriebe abgeschoben.

Doch neben anderen überholten Gewissheiten will die Regierung unter Präsident Macron auch diese über den Haufen werfen. Arbeitsminister Muriel Pénicaud wirbt derzeit überall für die Reform der Berufsausbildung. Schließlich klagen auch die französischen Unternehmen zunehmend über einen Fachkräftemangel – trotz einer noch immer hohen Arbeitslosenquote, die bei Jugendlichen sogar 25 Prozent beträgt. Nun sollen es also mehr Azubis richten.

Der Widerstand gegen die Pläne ist allerdings ebenfalls beträchtlich – und kommt diesmal nicht nur von den Gewerkschaften. Die Regionen, die die Zentren für die bisher stark verschulte Ausbildung leiten und dafür bislang eine Abgabe von den Unternehmern erhalten, fürchten um ihre Ressourcen. Statt 1,6 Milliarden Euro jährlich wie bisher bekämen sie künftig nur noch 250 Millionen Euro.

Auch an den Hochschulen wächst die Kritik an der forschen Politik des Präsidenten. Die Blockade von Universitäten in zahlreichen Städten richtet sich vor allem dagegen, dass die Hochschulen sich ihre Studierenden künftig unter den Bewerbern aussuchen dürfen. Auch die bisher existierende Möglichkeit der freien Studienwahl für Abiturienten soll eingeschränkt werden.

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