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Billiger Kleinwagen geplant VW greift mit neuer Marke in China an

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Volkswagen hat in China früh die Zeichen der Zeit erkannt. Bereits in den 80er-Jahren begann der Konzern, Autos in China zu produzieren. Bis heute tragen die vor Ort gefertigten Volkswagen-Modelle den Schriftzug "Dazhong" - übersetzt heißt das "große Masse".

Und Massenabsatz soll auch der Volkswagen für die Volksrepublik bringen. Entscheiden müssen die Niedersachsen jetzt vor allem, mit welchem ihrer zwei Joint-Venture-Partner - FAW im Norden oder SAIC im Süden Chinas - sie die neue Marke gründen. Eines der beiden Gemeinschaftsunternehmen muss die Fahrzeuge dann produzieren.

"Wir führen momentan entsprechende Gespräche mit unseren chinesischen Partnern", sagte Volkswagens China-Chef Neumann. Der VW-Aufsichtsrat muss dem Bau chinesischer Kleinwagen zwar noch zustimmen. Aber selbst ein angriffslustiger Patriarch wie Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch dürfte kein allzu großes Interesse daran haben, sich mit Chinas Politbüro anzulegen.

Das Joint Venture mit SAIC hat VW bis 2030 verlängert, der Vertrag mit FAW läuft 2016 aus. Die Wolfsburger gehen auch hier von einer Verlängerung aus.

Verschärfter Konkurrenzkampf

Allerdings muss der Konzern sich auf einen verschärften Konkurrenzkampf einstellen. Denn der neue Fünfjahresplan der ehrgeizigen chinesischen Staatsführung sieht vor, zwei oder drei große einheimische Hersteller zu globalen Wettbewerbern von Volkswagen, Toyota und General Motors aufzurüsten.

"Wir schauen uns sehr genau an, was in China geschieht", kommentierte VW-Chef Winterkorn die Vorgaben der chinesischen Führung. In jedem Fall will VW chinesischen Wettbewerbern wie FAW, SAIC oder Dongfeng das Feld nicht kampflos überlassen.

Auch deshalb streichen die Wolfsburger ihre Pionierrolle bei der Mobilisierung Chinas heraus und erklären, unter ihrer Regie seien bereits mehr als zehn Millionen Autos in der Volksrepublik gebaut und dort fast zehn Milliarden Euro investiert worden. Außerdem sind die Manager des Konzerns vom Mittellandkanal, zu dessen Großaktionären das Land Niedersachsen und das Emirat Katar gehören, im Umgang mit Politikern versiert. Das dürfte ihnen auch beim Umgang mit den chinesischen Kadern nutzen.

Überdies kennt Konzernchef Winterkorn natürlich die Lücke in seiner Modellpalette bei günstigen Klein- und Kleinstwagen. Und er weiß um die immense Bedeutung des chinesischen Automarkts.

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