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Billiger Kleinwagen geplant VW greift mit neuer Marke in China an

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Volkswagen kommt in Chinas Pkw-Markt auf einen Anteil von knapp 20 Prozent. Statt fast zwei Millionen Autos wie im vergangenen Jahr will Winterkorn dort bald drei Millionen Autos verkaufen. Die Fabriken arbeiten am Anschlag - und produzieren aus europäischer Sicht unvorstellbare 350 Tage pro Jahr. VW verkauft in China jedes Auto, das eines der beiden Joint Ventures baut. China-Chef Neumann muss vier neue Fabriken und weitere Motorenwerke bauen, um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.

Insgesamt war die Volksrepublik mit einem Gesamtabsatz von fast 18 Millionen Fahrzeugen - einschließlich leichter Nutzfahrzeuge - 2010 der größte Markt der Welt. Und jetzt schickt sich China an, die USA auch beim reinen Absatz von Pkw zu überholen. Für 2011 erwarten Fachleute ein vergleichsweise schwaches Wachstum des Autoabsatzes - rechnen aber immer noch mit einem Plus von sieben bis acht Prozent. Selbst die neuen Beschränkungen für Neuzulassungen und den Autoverkehr in Chinas Megacitys dürften kaum Auswirkungen auf den Absatz haben.

Denn die sich beschleunigende Verstädterung jenseits von Peking und Schanghai bietet den Autokonzernen noch viele Jahre ungeahnte Chancen. "Es liegt im Interesse großer Autokonzerne, für einen so attraktiven Markt Extra-Marken zu entwickeln", sagt Song Jian, stellvertretender Leiter des Instituts für Automobilbau der Qinghua-Universität in Peking. "Das Marktpotenzial der Schicht der Arbeiter, Bauern oder einfachen Angestellten ist äußerst groß", sagt Song. "Warum sollten die internationalen Konzerne zuschauen?"

Auf einer Investorenkonferenz in Frankfurt sprach Jörg Mull, Volkswagens Finanzchef in China, am Dienstag von einer Verbesserung des Modellmixes, weil gerade in den Metropolen höherwertige Fahrzeuge zunehmend gefragt seien. In den ersten drei Quartalen 2010 erwirtschaftete Volkswagen in China einen operativen Gewinn von 1,3 Milliarden Euro - im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres ein Plus von 151 Prozent.

Gleichzeitig schafft die steigende Nachfrage nach besser ausgestatteten Autos Raum am unteren Ende des Marktes - Raum für einen Volkswagen für die Volksrepublik.

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