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Billiger Kleinwagen geplant VW greift mit neuer Marke in China an

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Strategie: Auch die Rivalen gründen lokale Marken

Nicht nur Volkswagen, auch andere Automobilhersteller prüfen die Gründung rein lokaler Marken. Einige von ihnen bereiten schon den Start vor - beispielsweise der US-Anbieter General Motors, der mit seinem Gemeinschaftsunternehmen SAIC-GM-Wuling die Marke Baojun etablieren will. Vorreiter ist jedoch Honda, Japans zweitgrößter Autohersteller. Das Gemeinschaftsunternehmen Guangqi Honda Automobile bietet unter dem Label Linian bereits eine kompakte Limousine an. Die englische Version des Markennamens lautet Everus.

Volkswagens härtester europäischer Rivale, der französische Konzern PSA, denkt ebenfalls über eine eigene chinesische Marke nach, die Peugeot und Citroën ergänzen soll. Partnerunternehmen ist hier Changan Automobile aus Chongqing. PSA will damit offenbar auch ein Gegengewicht zu seinem bisherigen Partner Dongfeng Motor schaffen, mit dem es zuletzt immer wieder Reibereien gegeben hat. Die Gründung der neuen Marke entspricht hier vor allem den Bedürfnissen von Changan: Der neue Teilhaber hat im PSA-Aufgebot offenbar zu wenig geeignete Modelle für den chinesischen Markt gefunden. Die zusätzliche Marke soll hier die nötige Erweiterung bringen. Renaults Allianzpartner Nissan arbeitet derweil parallel mit seinem chinesischen Partner Dongfeng an der lokalen Marke Qichen, die auf Englisch Venucia heißt.

Der japanische Weltmarktführer Toyota lehnt dagegen ein gemeinsames Markenmanagement mit seinen Partnern First Auto Works (FAW) und Guangzhou Auto ab. "Toyota plant für die nahe Zukunft nicht die Schaffung von Joint-Venture-Marken", sagte ein örtlicher Toyota-Manager der "First Financial Daily". Er befürchtet eine Schwächung der Kernmarke durch einen solchen Schritt und will warten, bis das Qualitätsimage von Toyota in der Öffentlichkeit fest genug verankert ist.

Die neuen Marken von GM, VW oder PSA zielen vorwiegend auf Chinas Hinterland jenseits der Megacitys ab, das von den Fahrzeugherstellern bisher kaum erschlossen ist. Hier liegen die Wachstumsraten noch mehrere Prozentpunkte höher als im gesättigten Osten des Landes - und hier ist auch noch Platz für neue Autos, während Peking und Schanghai jetzt schon im Dauerstau ersticken.

Aus Sicht der Regierung in Peking dient die Markenstrategie dem langfristigen Ziel, chinesische Akteure auf dem Auto-Weltmarkt aufzubauen. Experten sehen das positiv. "Chinas Autohersteller werden um den Aufbau von Marken nicht herumkommen, wenn sie global mitspielen wollen", sagt Scott Markman, Chef der US Monogram Group, -Werbeagentur der Nachrichtenagentur "Xinhua". Der Aufbau einer funktionierenden Marke sei mindestens ebenso komplex wie der technische Aufbau einer Fertigungsanlage.

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