BMW, Audi & Co Die China-Wette

China drängt stärker auf Lokalisierung von ausländischen Herstellern. Mit Erfolg: BMW und Co. wollen ihre Kapazitäten in China deutlich erhöhen. Damit steigt ihre Abhängigkeit vom chinesischen Markt weiter.

Von der Billig-Kopie zur ernstzunehmenden Konkurrenz
Landwind X6 Quelle: Hersteller
Landwind X6 Quelle: ADAC
Landwind X7 Quelle: Spotpress
Landwind X7 Quelle: Spotpress
Eagle Quelle: Spotpress
Eagle Quelle: Spotpress
Haval H2 Quelle: Hersteller
Wuling Hongguang Quelle: Hersteller
Denza 400 Quelle: Daimler
BYD Qin Quelle: Hersteller
Qoros 3 Quelle: Hersteller
Nio ES8 Quelle: Hersteller
Lynk&Co

Will die deutsche Industrie beim Rätselraten um Trumps Wirtschaftspolitik mitmachen, muss sie sich wie alle anderen auf die ungezielten Twitter-Salven des Präsidenten verlassen. Die chinesische Regierung in Peking macht es den deutschen Herstellern leichter. Im Mai 2015 veröffentlichte diese ein Strategiepapier für die Industriepolitik der kommenden zehn Jahre: die Made in China 2025-Initiative. Die gibt es im Internet zum Herunterladen und buchstabiert feinsäuberlich aus, wie sich China die Spielregeln in Zukunft vorstellt. Nämlich vor allem mit lokaler Produktion und der Förderung heimischer Unternehmen.

Die nationale Ausrichtung der Industriepolitik wird von Interessensverbänden wie der Europäischen Handelskammer in Peking heftig kritisiert. Laut Kammerchef Jörg Wuttke werden heimische Unternehmen darin systematisch bevorzugt und ausländische Unternehmen gegängelt. Aus der deutschen Industrie kommt hingegen wenig Widerstand. Vor allem die deutschen Autobauer haben sich bereits bestens mit der neuen Marschrichtung Pekings arrangiert. Um mit den Wünschen Pekings mithalten zu können, investieren die Unternehmen immer neue Milliarden in das Land.

Jüngstes Beispiel ist BMW. Laut eines Berichts des Handelsblatts soll das Unternehmen die Kapazität der lokalen Produktion seines Joint Ventures BMW Brilliance Automotive in den kommenden fünf Jahren in China auf 600.000 Autos verdoppeln. Der Autobauer will die Höhe des Ausbaus nicht bestätigen. Das Joint Venture hat allerdings laut Informationen der Wirtschaftswoche sein Werk in Dadong in Nordchina ausgebaut, um die Kapazität zu erhöhen. Wie viele Autos dort in Zukunft zusätzlich hergestellt werden sollen, will das Unternehmen erst kommende Woche bekannt geben. Dann soll die Erweiterung eröffnet werden.

Im vergangenen Jahr liefen 305.000 Fahrzeuge in den zwei Werken in Tiexie und Dadong vom Band. Da sind rund sechs Prozent mehr als im Vorjahr. BWM hatte bereits im vergangenen Jahr mit einem eigenen Motorenwerk in Shenyang seine Präsenz in China ausgebaut. Audi und BMW bauen derzeit jeweils fünf ihrer Modelle in China, Mercedes insgesamt sieben. Bis 2020 soll die Zahl in der chinesischen Fertigung auf 27 Modelle steigen.

Auch im Bereich E-Mobilität reagieren die Autobauer auf Pekings Mahnrufe. Die neue Technologie steht in der Regierung ganz oben auf der Prioritätenliste. China ist bereits heute der größte Markt für Elektroautos weltweit. Im vergangenen Jahr wurden rund 870.000 Elektroautos und Plug-In Hybride weltweit verkauft, 500.000 davon in China. Nachdem die Autobauer in Deutschland trotz Appelle aus der Politik kaum in die Elektromobilität investiert haben, hat der Druck aus Peking sie in kürzester Zeit umdenken lassen. Weil die chinesische Regierung in den kommenden Jahren eine E-Autoquote einführt, die Autobauer mit zu wenig verkauften E-Autos bestraft, werkeln sie plötzlich im Eiltempo an Modellen. Bis 2025 soll der Marktanteil der E-Autos auf 30 Prozent steigen, rund 10 Millionen Autos. Die deutschen Autobauer überbieten sich seitdem mit ihren Versprechen, wie viele E-Autos bald aus ihren Fabriken rollen. VW will alleine bis 2025 mit 1,5 Millionen Autos dabei sein, so China-Chef Jochem Heizmann. Natürlich so viel wie möglich lokal in China.

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