Bombenterror Polizei dementiert Berichte über Festnahme

In Boston ist laut der Polizei bisher kein Verdächtiger im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den dortigen Marathon festgenommen worden. Damit dementierte die Polizei einen CNN-Bericht.

Bei den Explosionen an der Marathonstrecke waren am Montag 176 Menschen verletzt worden, drei Menschen starben. Quelle: Reuters

Der Fernsehsender CNN und die Zeitung "Boston Globe" hatten zuvor unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle berichtet, dass es eine Festnahme gegeben habe und es sich dabei um eine Person handele, die auf einem Überwachungsvideo zu sehen sei. Die Aufnahme sei vor dem Anschlag gemacht worden. Sie zeige einen Mann, der eine Tasche auf einer Straße abstelle, wo sich später eine der beiden Explosionen eignet habe. Für den späten Abend wird eine offizielle Erklärung erwartet.

Die Zeitung „Boston Globe“ berief sich auf Ermittlungen, wonach ein Verdächtiger am Ort der zweiten Explosion in der Boylston Straße eine schwarze Tasche getragen und womöglich dort abgelegt hat. Die Ermittlungen seien sehr weit fortgeschritten, wird die anonyme Quelle zitiert.

Unterdessen sind alle drei Todesopfer des Terroranschlags identifiziert. Neben einem achtjährigen Jungen und einer 29 Jahre alten Amerikanerin starb auch eine Studentin aus China. Präsident Barack Obama nimmt am Donnerstag an einem Gedenkgottesdienst für die Anschlagsopfer in Boston teil. Bei den Explosionen an der Marathonstrecke waren am Montag 176 Menschen verletzt worden. Die 29-Jährige Frau identifizierten US-Medien als Krystle Campbell. „Sie war eine fröhliche, offene Person. Alle ihre Freunde liebten sie“, sagte ihre Großmutter dem Fernsehsenders CNN.

Die namentlich nicht genannte chinesische Studentin besuchte die Boston University, teilte das Generalkonsulat der Volksrepublik in New York mit. Ihre Familie habe um Anonymität gebeten. Eine weitere Chinesin, die Freundin des Todesopfers, sei bei der Explosion verletzt worden und befinde sich nach zwei Operationen mittlerweile in stabiler gesundheitlicher Verfassung, hieß es weiter.

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Die Bomben waren am Montag um 14.50 Uhr Ortszeit binnen 12 Sekunden in der Nähe der Ziellinie detoniert, die bereits Stunden zuvor von den ersten Läufern überquert worden war. Der Boston-Marathon gehört zu den populärsten Rennen in den USA. Im Fernsehen äußerten Experten die Vermutung, dass es sich wohl nicht um eine internationale Terroraktion gehandelt habe. So sei der Angriff augenscheinlich zwar sorgfältig geplant, aber die Sprengsätze seien klein und nicht sehr ausgeklügelt gewesen. Sonst hätte es weitaus mehr Todesopfer gegeben.

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