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Brasilien Bergbaukonzern sichert von Dammbruch betroffene Einwohner Entschädigung zu

Das Betreiberunternehmen Vale stimmt finanzieller Hilfe für die Einwohner der Stadt Brumadinho zu. Der Zivilschutz hebt indes die Zahl der Toten an.

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Eine Mutter trauert um ihren Sohn. Der Dammbruch forderte viele Menschenleben. Quelle: AP

Belo Horizonte Nach dem verheerenden Dammbruch an einer Eisenerzmine im Südosten Brasiliens mit mindestens 171 Toten hat der Bergbaukonzern Vale einer Entschädigung für die Einwohner zugestimmt. Alle Menschen, die zum Zeitpunkt des Unglücks im Januar offiziell in der Stadt Brumadinho sowie im Umkreis von einem Kilometer als Einwohner gemeldet waren, werden ein Jahr lang nach Alter gestaffelt einen Geldbetrag erhalten, wie der Betreiber am Mittwochabend (Ortszeit) nach einer Anhörung vor Gericht mitteilte.

Brumadinho im Staat Minas Gerais hat laut Statistikamt etwa 40.000 Einwohner. Erwachsenen will das börsennotierte Unternehmen in dem Zeitraum monatlich einen Betrag in Höhe des brasilianischen Mindestlohns von 998 brasilianischen Real (etwa 236 Euro) zukommen lassen.

Jugendliche sollen demnach die Hälfte dieser Summe erhalten und Kinder ein Viertel, was umgerechnet knapp 59 Euro entspricht. Das endgültige Schema der Entschädigung solle in den kommenden Tagen bei einem Treffen unter anderem mit Vertretern der Staatsanwaltschaft festgezurrt werden, schreibt die Zeitung „Folha de S. Paulo“.

Der Damm an der Mine Córrego do Feijão nahe Brumadinho war am 25. Januar gebrochen. Eine Schlammlawine rollte über Teile der Anlage sowie Brumadinho und benachbarte Siedlungen hinweg.

Die Zahl der identifizierten Toten setzte der Zivilschutz am Mittwoch auf 171 hoch, wie das Nachrichtenportal „G1“ berichtete. 139 Menschen werden demnach noch immer vermisst. Vale sagte zu, weitere Kosten etwa für den Einsatz der Rettungskräfte nach der Katastrophe zu übernehmen.

Der verheerende Dammbruch dürfte noch ein juristisches Nachspiel haben. Mehrere Mitarbeiter von Vale waren vor wenigen Tagen festgenommen worden. Die Angestellten seien sich der Instabilität des Damms voll bewusst gewesen und hätten träge gehandelt, hieß es in der Begründung des Haftbefehls.

Außerdem durchsuchten die Ermittler Büros von Vale und TÜV Süd. Mitarbeiter des Münchner Unternehmens hatten den Damm im vergangenen Jahr zweimal geprüft. Mindestens ein TÜV-Ingenieur soll offenbar Zweifel an der Stabilität des Damms angemeldet haben.

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