WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Brexit-Unsicherheit Deutsch-britischer Handel seit Jahresbeginn deutlich zurückgegangen

Die Unsicherheit über den bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union belastet die Handelsbeziehungen zwischen London und Berlin.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Der bevorstehende EU-Austritt Großbritanniens hat Auswirkungen auf den Handel zwischen London und Berlin. Quelle: dpa

Berlin Angesichts der Unsicherheit über den Austritt Großbritanniens aus der EU ist der deutsch-britische Handel seit Jahresbeginn deutlich zurückgegangen. Nach Zahlen des DIHK exportierten deutsche Unternehmen von Januar bis Mai Waren im Wert von rund 35 Milliarden Euro nach Großbritannien – im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rückgang von 2,3 Prozent. Die Importe aus Großbritannien sanken noch deutlich stärker, und zwar um 6,1 Prozent auf 15 Milliarden Euro.

Das geht aus neuen Zahlen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor. Mit einem Handelsvolumen von 50 Milliarden Euro in den ersten fünf Monaten des Jahres liegt das Vereinigte Königreich demnach aktuell nur noch auf Rang 7 der wichtigsten deutschen Handelspartner – 2017 war es noch Rang 5, 2018 Rang 6.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer und andere Vertreter der deutschen Wirtschaft hatten den künftigen britischen Premierminister Boris Johnson bereits vor einem ungeordneten Brexit gewarnt. Johnson will das Abkommen über den EU-Austritt seines Landes mit Brüssel neu verhandeln. Seine Vorgängerin Theresa May war mit dem Deal im Parlament drei Mal gescheitert. Die Europäische Union lehnt aber jegliche Änderung an dem Abkommen ab. Johnson will daher notfalls am 31. Oktober ohne Austrittsvertrag aus der EU ausscheiden.

Der Brexit sei bereits jetzt eine große Belastung für die deutsche Wirtschaft, sagte Schweitzer. 70 Prozent der Betriebe mit Geschäft in Großbritannien erwarteten 2019 schlechtere Zahlen. Jeder achte Betrieb mit Geschäft dort wolle seine Investitionen auf andere Märkte verlagern – vor allem in die Länder des EU-Binnenmarkts. „Die neue britische Regierung hat immer noch die Chance, die negativen Folgen des Brexit für die Wirtschaft auf beiden Seiten des Kanals zu begrenzen. Die Unternehmen benötigen endlich einen klaren Fahrplan.“

Mehr: Großbritannien steht nach der Wahl Boris Johnsons zum Premierminister vor der Zerreißprobe. Johnson hat heute genauso wenig einen Plan wie vor dem Brexit-Referendum.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%