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Brexit-Verhandlungen Vereinbarung über Schlussrechnung soll stehen

Britische Medien berichten von einer Grundsatzeinigung zwischen der Regierung in London und der EU-Kommission in Bezug auf die Brexit-Schlussrechnung. Die zu zahlende Summe werde zwischen 45 und 55 Milliarden Euro liegen.

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Der Abschied der Briten aus der EU nimmt offenbar Form an. Quelle: dpa

London Die Regierung in London und die EU-Kommission haben sich einer britischen Zeitung zufolge auf eine Schlussrechnung für den Brexit von bis zu 55 Milliarden Euro geeinigt. Wie der „Daily Telegraph“ am Dienstag unter Berufung auf nicht weiter bezeichnete Quellen berichtete, wurde eine Grundsatzeinigung erzielt. Die zu zahlende Summe werde demnach zwischen 45 und 55 Milliarden Euro liegen. Die Forderung der Kommission habe bei 60 Milliarden Euro gelegen. Die „Financial Times“ berichtet sogar, dass Großbritannien Verpflichtungen von bis zu 100 Milliarden Euro akzeptiert habe – diesen Betrag jedoch über so viele Jahre abzahlen werde, dass die tatsächlich gezahlte Summe bei weniger als der Hälfte liegen könnte.

Die Frage darüber, wie viel Geld die Briten noch an die EU zahlen, ist eines der am heftigsten diskutierten Themen – sowohl in den Verhandlungen mit Brüssel als auch auf der Insel. Vor allem Brexit-Befürworter wie der Abgeordnete Jacob Rees-Mogg hatten Forderungen der Europäer zurückgewiesen. Man schulde der EU „keinen Penny“, hieß es.

Die britische Regierung hingegen hatte bereits erkennen lassen, dass sie nicht derart kompromisslos sein wollte – auch wenn der Außenminister Boris Johnson zwischenzeitlich erklärte, die EU könne sich ihre hohen Forderungen „an den Hut stecken“.

Zuletzt war in London Zuversicht verbreitet worden, dass man sich in der Frage der Abschlussrechnung geeinigt habe – doch dann rückte plötzlich das Thema Irland in den Fokus. In Großbritannien und der Republik Irland wird darüber gestritten, wie man nach dem Brexit Grenzkontrollen zwischen Irland und Nordirland vermeiden kann, damit der zerbrechliche Frieden in der Region nicht in Gefahr gerät.

Selbst wenn in der Frage der Brexit-Rechnung eine Einigung erzielt worden sein sollte – der Gesprächsstoff wird der EU und Großbritannien in den bevorstehenden Brexit-Verhandlungen sicher nicht ausgehen. Berichten zufolge wird die britische Premierministerin Theresa May kommende Woche offiziell zu dem Thema Stellung nehmen.

Mit Material von Reuters.

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