Buschfunk

Falschparkende Privatjets

Alexander Busch Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
Alexander Busch Korrespondent (São Paulo)

700 bis 1000 Privatjets werden zur Fußball WM in Brasilien erwartet. Nicht der fehlende Platz macht den Flugbehörden Sorge - es sind die schlechten Manieren der Privat-Jet-Besitzer.

Diese Unternehmen profitieren von der Fußball-WM
AB InBevWer in einem brasilianischen WM-Stadion ein Bier zischen will, muss zu Budweiser aus dem Konzern AB InBev greifen. Für den weltgrößten Bierhersteller und WM-Sponsor hat die Fifa extra das Ausschankverbot in Stadien aufgehoben. Auch zwei Kilometer um die Stadien herum darf nur Budweiser getrunken werden. Außerhalb dieser Bannmeilen ist es ebenso schwer, um AB-InBev-Produkte herum zu kommen. Ob Brahma, Skol oder Antarctica – fast alle gängigen Biermarken in Brasilien gehören längst zu AB InBev. Quelle: dapd
AdidasDer fränkische Sportartikelhersteller Adidas stellt mit dem "Brazuca" den offiziellen WM-Ball her. Das 129,95 Euro teure Stück wird reichlich Abnehmer finden: Sein Vorgänger, der "Jabulani" zur WM in Südafrika, verkaufte sich immerhin über 15 Millionen Mal. Quelle: dpa
Hyundai und KiaBrasilien ist mit 1,6 Millionen Neuzulassungen von Januar bis April 2014 dem Verband der Autoindustrie (VDA) zufolge der fünftgrößte Automobilmarkt der Welt. Daraus erhofft sich vor allem die koreanische Hyundai Kia Automotive Group einiges rauszuholen. Als Fifa-Sponsor stellt der Konzern mit 1.021 Fahrzeugen die offizielle WM-Flotte während des Großereignisses. Quelle: dapd
ContinentalWährend in den WM-Stadien der Ball rollt, sollen in den Straßen Brasiliens die Reifen von Continental rollen. Schon jetzt hat der Reifenhersteller aus Hannover einen Marktanteil in Brasilien von zehn Prozent. Als Sponsor der WM soll dieser Anteil steigen - nicht nur in Brasilien, sondern weltweit. Quelle: dpa
Deutsche ArchitektenbürosZahlreiche WM-Spiele werden in deutschen Designobjekten stattfinden. Die Planungsentwürfe der Stadien Manaus (Foto), Belo Horizonte und Brasilia stammen aus dem Hamburger Architektenbüro "gmp" und die neue Arena in Salvador stammt von "Schulitz + Partner" aus Braunschweig. Quelle: dpa
Coca-ColaCoca Cola darf sich rund um die WM über einen hohen Absatz freuen - vor allem im heißen Brasilien. Laut dem Marktforschungsinstitut YouGov gibt jeder vierte Brasilianer Coca Cola als seine beliebteste Getränkemarke an. In Deutschland ist es jeder Neunte. Um außer die Fans in den WM-Stadien auch die Zuschauer rund um den Globus zu erreichen, will das Unternehmen dieses Jahr seine größte WM-Kampagne aller Zeiten aufstellen: Dazu gehören YouTube-Videos, TV-Spots, die Original-WM-Trophäe, die in einer PR-Aktion für Coca Cola um die Welt reiste und der neue "Coke-Song" von Sänger David Correy für die WM. Quelle: dpa
SonyViele Fans kaufen zur WM gerne neue Fernseher, um das Fußballspektakel in Top-Qualität zu erleben. An diesem Geschäft will WM-Sponsor Sony mit verdienen und hat mit dem 55 Zoll großen Sony 4K (Foto) den „offiziellen WM-Fernseher“ herausgebracht. Quelle: dpa

Beim Spiel Portugal-Deutschland am Montag platzte der Jet-Flughafen von Salvador aus allen Nähten. Als sich die Bundeskanzlerin wieder nach Berlin aufmachte und auch die deutsche WM-Elf zurück in ihr Campo Bahia im Süden Bahias flog, parkten vier Dutzend große Privat-Jets jeden möglichen Platz am Rande der Piste zu. Auf der Notlandepiste standen die Düsenjets in Reih und Glied wie bei einer Flugzeugmesse. Alle Amateurflugplätze in der Umgebung der Drei-Millionen-Einwohnerstadt Salvador sind zudem als zusätzliche Parkplätze eingeplant. 700 bis 1000 Privatjets werden zur WM in Brasilien erwartet. Insgesamt 90 Landepisten wurden im ganzen Land aktiviert, um auch Privatjets abfertigen zu können.

Die größte Sorge der Flugbehörden ist jedoch nicht der fehlende Platz – es sind die schlechten Manieren der privat einfliegenden VIP-Gäste. Mit Schaudern haben die Kollegen von der Flugbehörde Südafrikas ihre brasilianischen Kollegen vor dem „Scheich-Effekt“ gewarnt. Denn in Südafrika legten mehrere Jetbesitzer aus Nahost einige der Flughäfen einfach lahm, weil sie ihre Flieger trotz Parkverbots tagelang parkten.

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Die Strafen bezahlten sie ohne mit der Wimper zu zucken – aber der Schaden war da bereits geschehen. Flüge verspäteten sich oder fielen ganz aus. Jetzt hat die Flugaufsicht die Strafen für länger als gemeldet geparkte Jets drastisch erhöht. Ausländische Piloten können zudem des Landes verwiesen werden. Brasilianisches Flugpersonal verliert bis zu einem halben Jahr den Flugschein, wenn sie ihre Jets ins Parkverbot stellen.

Ob das alles ausreicht und die Jetbesitzer zu Disziplin anregen wird? Im Frachtflughafen im hinteren Teil des Airports von Salvador waren die geschätzt rund 40 Propellerflugzeuge am Montag so kreuz und quer durcheinandergewürfelt, als hätten Kinder mit ihnen gespielt.

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