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China Arbeitsmarkt im Umbruch

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Hochgebildet und arbeitslos

 

Da das soziale Sicherungssystem in China schlecht ausgebaut ist, ist der gute Job des Nachwuchses noch immer die beste Altersabsicherung für die Eltern. Die Ausbildung der Kinder wird mit viel Geld und Drill vorangetrieben. Die Zahl der Universitätsabsolventen ist inzwischen stark angestiegen: Hatten 1998 830.000 Chinesen einen Hochschulabschluss in der Tasche, zählt China 2010 schon sechs Millionen Akademiker. Die Zahl hat sich in zwölf Jahren mehr als versiebenfacht. So schnell hält der Arbeitsmarkt jedoch nicht mit, er kann die Akademiker-Schwemme noch nicht aufnehmen. Viele Uniabsolventen finden deshalb keinen Job oder nur einen Arbeitsplatz, der weit unter ihrer Qualifikation liegt. China möchte Weltführer im Humankapital werden, der chinesische Arbeitsmarkt ist aber momentan überfordert. Zimmermann erklärt: „Die Arbeitslosigkeit unter Hochqualifizierten ist ein politisches Planungsproblem: China überlässt die wirtschaftliche Entwicklung nicht dem freien Spiel der Märkte, sondern will mit Gewalt den Sprung ins nächste Jahrhundert wagen. China schafft deshalb zuerst einen Überfluss an Humankapital, in der Hoffnung, dass die Nachfrage nachzieht.“

 

China braucht zwar eine gebildete Elite, damit die wirtschaftliche Weiterentwicklung voranschreitet. Wenn jedoch Scharen an Universitätsabsolventen keinen angemessenen Job finden, gleichzeitig der Druck wächst, ihre Eltern zu versorgen und die Last der Lebenshaltungskosten steigt, schüre das Unzufriedenheit, die die Partei fürchte, so Zimmermann. Denn die chinesischen Revolutionen des 20. Jahrhunderts wären ohne Unterstützung der Volksmassen vielleicht nicht erfolgreich gewesen. Der Impuls für die Umwälzungen sei jedoch von den Intellektuellen ausgegangen. Bestes Beispiel ist die Gründung der Kommunistischen Partei 1921 in Intellektuellenkreisen.

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