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Chinas Börsenturbulenzen Wie deutsche Unternehmen das China-Geschäft sehen

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Deutsche Post, Fresenius und Henkel

  

Deutsche Post

China ist und bleibt ein bedeutender Wachstumsmarkt für Deutsche Post DHL Group Quelle: REUTERS

Umsatz: 5 Milliarden Euro, 9 Prozent vom Konzernumsatz
Entwicklung: deutliche Umsatzsteigerung
Erwartung: weitere Steigerung. „Die momentanen Entwicklungen an Chinas Börsen haben keinen Einfluss auf unser Geschäft. An unseren Prognosen hat sich nichts geändert“, erklärt der Konzern

 

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    Post-Chef Frank Appel sind die Geschäfte in China so wichtig, dass er vor drei Jahren gleich den Konzernsitz für drei Wochen nach China verlagerte und die Geschäfte von dort aus steuerte. Drei Wochen lang tourte er durchs Land, verteilte Pakete in der Innenstadt Shanghais, sprach zu den Mitarbeitern und mit Großkunden und Regierungsvertretern. Für den Post-Chef ist China eine wichtige Antriebskraft, mit deren Hilfe er seine ambitionierten Gewinnziele  erreichen will. Bis 2020 will Appel den Gewinn von aktuell drei auf fünf Milliarden Euro steigern, der Umsatz-Anteil der Schwellenländer soll sich von 20 auf 30 Prozent erhöhen – allen voran durch Investitionen in China. „China ist und bleibt ein bedeutender Wachstumsmarkt für Deutsche Post DHL Group“, teilt der Konzern mit.

    DHL transportiert dort vor allem zeitkritische Express-Sendungen durch das Land und auch über die Grenzen hinweg, per Flugzeug und seit vergangenem Jahr auch per Schiene. Außerdem managt der Bonner Konzern dort Lager und Logistikabteilungen von Technologie- und Autokonzernen. Die zuständige Sparte Supply Chain hat erst vor einem knappen halben Jahr angekündigt, ihre Investitionen in China verdoppeln zu wollen. Das Geschäft immerhin hängt nur indirekt an der chinesischen Wirtschaftssituation, die Kunden sind meist europäische Großkonzerne, die ihre Produktion nach Asien verlagert haben. Und auch das Express-Geschäft lebt noch immer vor allem von der Nachfrage in Europa nach den in China produzierten Waren.

     

    China ist und bleibt ein attraktiver Wachstumsmarkt für Fresenius Quelle: dpa

    Umsatz: 700 Millionen Euro, 3 Prozent vom Konzernumsatz
    Entwicklung:  seit 2010 rund 20 Prozent Umsatzplus pro Jahr
    Erwartung: weiter anhaltendes Wachstum

    Ein Sprecher: „Der Gesundheitsmarkt ist in China - genauso wie in den vielen anderen Ländern weltweit, in denen wir tätig sind - sicher weniger abhängig von konjunkturellen Schwankungen als andere Branchen, etwa die Autobauer. Denn der Nachholbedarf an hochwertiger Medizin ist nach wie vor hoch, und mit zunehmender Reife der Volkswirtschaft fließt anteilig mehr Geld in den Ausbau der Gesundheitsversorgung. Also: für uns dürfte das keine wesentlichen Auswirkungen haben.
    Die Nachfrage nach Medizin ist nicht von Börsenschwankungen abhängig, sondern entwickelt sich auch in China weiterhin stabil nach oben. China ist und bleibt ein attraktiver Wachstumsmarkt für Fresenius.

    China ist auch für Fresenius Medical Care ein attraktiver Wachstumsmarkt. Derzeit konzentrieren sich die Aktivitäten auf das Produktgeschäft.

    Henkel

    China ist der drittgrößte Markt für Henkel und seit vielen Jahren ein Wachstumsmotor Quelle: dpa

    Umsatz: 1,3 Milliarden Euro, 8 Prozent vom Konzernumsatz
    Entwicklung:  seit 2010 mehr als 10 Prozent Umsatzplus pro Jahr
    Erwartung: Spürbares Wachstum

     

    Während in den gesättigten westeuropäischen und nordamerikanischen Märkten die Umsätze vor sich hindümpelten, stieg der Erlös in der Region Asien und Pazifik im vergangenen Jahr um mehr als acht Prozent. Mit einem zweistelligen Umsatzwachstums rechnet Konzernchef Kasper Rorsted im laufenden Geschäftsjahr, sagte er Anfang März.

    China ist mittlerweile drittgrößter Einzelmarkt, hinter den USA und Deutschland. Henkel beschäftigt dort mehr als 5000 Mitarbeiter, die dort Klebstoffe (Loctite) und Kosmetik- und Körperpflegeprodukte (Schwarzkopf, Syoss) herstellen und vertreiben. Dazu betreibt Henkel in Shanghai ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für seine Kosmetikmarken und an den Rand der Megametropole hat Henkel sein weltweit größtes Klebstoffwerk auf die grüne Wiese gesetzt.  

    Rorsted braucht das Wachstum in China, um die selbst propagierten, ambitionierten Ziele erreichen zu können: 20 Milliarden Euro Konzernumsatz, 10 Milliarden Euro Umsatz in Wachstumsmärkten und ein zehnprozentiges jährliches Wachstum des Ergebnisses je Aktie. Und das schon in anderthalb Jahren, bis Ende 2016.

    „China ist der drittgrößte Markt für Henkel und seit vielen Jahren ein Wachstumsmotor“, so Rorstedt. „Wir sehen langfristig weiterhin ein höheres Wachstumspotenzial als in den entwickelten Märkten. Doch hohes Wachstum ohne Risiko gibt es nicht. Wir müssen uns daher auf Volatilität und auf Unsicherheiten, wie wir sie aktuell am chinesischen Aktienmarkt erleben, einstellen.“

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