WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Chinas Börsenturbulenzen Wie deutsche Unternehmen das China-Geschäft sehen

Die Achterbahnfahrt an Chinas Börse trifft auch deutsche Unternehmer. Die meisten gehen mit den Turbulenzen aber gelassen um. Wie BMW, Henkel, Deutsche Post und Co. den chinesischen Markt sehen.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Chinas Wirtschaftswachstum flaut ab. Doch was bedeutet das für deutsche Konzerne ? Quelle: dpa

Wer einem deutschen Unternehmenschef Glanz in die Augen zaubern wollte, brauchte dafür bis vor kurzem in der Regel nur ein Wort: China. Das bevölkerungsreichste Land der Erde ist „Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in Asien und ... für viele deutsche Unternehmen ... zum wichtigsten Auslandsmarkt geworden“, jubelt der Bundesverband der Deutschen Industrie auf seiner Internetseite.

Doch spätestens seit den Börsenturbulenzen Anfang Juli gilt das nicht mehr uneingeschränkt. Eine Umfrage der WirtschaftsWoche unter 32 den größten deutschen Unternehmen zeigt: einige Branchen sind noch uneingeschränkt optimistisch. Doch immer mehr Unternehmen haben wie die Autobranche die Erwartungen heruntergeschraubt. Die wichtigsten Stimmen im Überblick:

 

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen
    Nivea: weltweit bekanntes Produkt der Beiersdorf AG in Hamburg Quelle: REUTERS

    Umsatz: keine Angaben, im Geschäftsbericht verstecken sich die enttäuschenden China-Zahlen in der Gesamtregion Afrika, Asien, Pazifik, die für knapp 28 Prozent des Konzernsatzes steht
    Entwicklung: zuletzt stabiler Umsatz
    Erwartung: kein großes Plus

     

    Beiersdorf geht davon aus, dass sich das Konsumklima und die Konjunktur in den nächsten Monaten voraussichtlich nicht deutlich verbessern werden. Daher wird das Unternehmen weiter zurückhaltend agieren und sich den jeweiligen Geschäftsbedingungen möglichst flexibel anpassen.

    Für Beiersdorf relevante Produktkategorien in China sind vor allem Nivea-Produkte für die Haar- und Gesichtspflege sowie Männer-Kosmetik. Auch wenn sich der Nivea-Hersteller aus Hamburg nicht offiziell äußern will, klar ist: er tut sich seit Jahren überaus schwer. Im vergangenen Jahr war der Konzernjahresüberschuss der Hamburger von 543 auf 537 Millionen Euro gesunken. Grund: Sondereffekte - und hier vor allem eine im November bekannt gewordene neue Wertberichtigung von 67 Millionen Euro auf das China-Geschäft.

    In China macht der Nivea-Hersteller seit Jahren Verlust, auch 2014 „wurde die Null nicht erreicht“, sagte Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich im Februar. Hohe Wachstumsraten gebe es für Beiersdorf dort nicht mehr. Chinesen kaufen weniger oder greifen öfter zu Kosmetik von chinesischen Markenherstellern. Einen Zeitpunkt, wann Beiersdorf dort keinen Verlust mehr machen werde, nannte Heidenreich nicht. China sei derzeit „der schwierigste Markt der Welt“ und der „wunde Punkt“ für Beiersdorf. Beiersdorf hatte sich in China schlechte Marken andrehen lassen, in der Hoffnung, auf dem Markt groß mitmischen zu können.

    BMW, Commerzbank und Daimler

     

    BMW

    BMW- Chairman of Management Harald Krueger Quelle: REUTERS

    Top-Jobs des Tages

    Jetzt die besten Jobs finden und
    per E-Mail benachrichtigt werden.

    Standort erkennen

      Umsatz: 7 Milliarden Euro, gut 10 Prozent vom Konzernumsatz
      Entwicklung: Zahl der verkauften Autos stieg seit 2010 von 169.000 auf 456.000
      Erwartung: Umsatzanstieg und Ausbau der Produktion, Verdoppelung der lokal gefertigten Modelle von drei auf sechs

      Das Wachstum des Konzerns beruht stark auf China. BMW rechnet mit steigenden Schwankungen im Geschäft als Folge der angekündigten Liberalisierung der Kapitalmärkte. „Ein bedeutendes Risiko bleibt die sich abschwächende Konjunkturdynamik in China, einem der Hauptmärkte der BMW Group. Hier könnten zudem Verwerfungen im Immobilien oder Bankensektor zu einer reduzierten Nachfrage nach den angebotenen Produkten und Dienstleistungen führen.“

      Bereits im vergangenen Jahr hat die Marktentwicklung laut Geschäftsbericht die Erwartungen nicht ganz erfüllt. Aber der Markt ist zusammen mit dem Wachstum in den USA eine gute Balance für die Abhängigkeit von der Heimatregion Westeuropa.

       

      Commerzbank veröffentlich keine Umsatzzahlen von Filialen in China Quelle: dpa

      Umsatz: keine Angaben,  Ein Sprecher: „Da die Commerzbank in China ausschließlich Filialen unterhält, die nicht als Profit Center geführt werden, veröffentlichen wir keine Umsatzzahlen.“
      Entwicklung: „Wir hatten in China in den vergangenen Jahren zweistelliges Wachstum bei der Kundenzahl und bei den Erträgen. Dieses Wachstum wollen wir auch in den kommenden Jahren fortsetzen“, erklärt ein Sprecher

      Zu den Auswirkungen der aktuellen Turbulenzen will die Bank nichts sagen „ Es ist noch zu früh, dies zu bemessen“, so ein Sprecher. „Im Moment sehen wir keine negativen Auswirkungen auf unsere mittelständische Kundschaft. Die chinesische Wirtschaft befindet sich in einem Transformationsprozess von der Fokussierung auf billige Produktion und Export hin zu Innovation und stärkerer Bedienung des Inlandsmarktes mit deutlichen Tendenzen, Marktkräfte stärker wirken zu lassen. Wir gehen davon aus, dass deutsche Unternehmen mit ihrer Innovationskraft von diesem Prozess eher profitieren werden.

       

      Daimler zeigt deutliche Umsatzsteigerung Quelle: REUTERS

      Umsatz: 13,3 Milliarden Euro, 17 Prozent vom Konzernumsatz
      Entwicklung:  deutliche Umsatzsteigerung
      Erwartung: weitere Steigerung durch Ausbau von Produktion und Vertrieb

       

      Mercedes hatte bis 2013 in China Probleme bei der Produktpalette und der Vertriebsorganisation, die das Wachstum im Vergleich zu den Wettbewerbern Audi und BMW hemmten, so dass der Marktanteil sank. Aber 2014 gelang ein überdurchschnittliches Wachstum. Die Finanzdienstleistungssparte hat 2014 extrem von China profitiert. Dort hat Daimler doppelt so viele Finanzierungsverträge unterschrieben wie im Vorjahr.

      Die Produktionskapazitäten soll auf 200.000 Autos pro Jahr steigen. Dafür investiert das Unternehmen 4 Milliarden Euro gemeinsam mit einem Joint Venture-Partner. Auch die Lkw-Sparte soll mit dem Partner Foton „kräftig wachsen“, so ein Sprecher.

      Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

      „Doch aufgrund der in den vergangenen Jahren deutlich gewachsenen Bedeutung ist in einem konjunkturellen Einbruch der chinesischen Wirtschaft ein erhebliches Risiko für die Weltwirtschaft zu sehen“, so die offizielle Risikoeinschätzung laut Geschäftsbericht. „Durch das extrem hohe Niveau der gesamtwirtschaftlichen Verschuldung und der Bauinvestitionen ist das Risiko einer abrupten Korrektur auf dem Immobilienmarkt oder einer Bankenkrise deutlich erhöht. Insbesondere für die Sparten Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans, für die China inzwischen ein bedeutender Absatzmarkt ist, könnte hierdurch der angestrebte Absatzzuwachs geringer ausfallen.“

      Dazu hat Daimler als erstes ausländisches Unternehmen eine Anleihe in China herausgegeben im Volumen von umgerechnet 60 Millionen Euro als weitere Finanzierungsquelle für das schnell wachsende Chinageschäft.

      Deutsche Post, Fresenius und Henkel

        

      Deutsche Post

      China ist und bleibt ein bedeutender Wachstumsmarkt für Deutsche Post DHL Group Quelle: REUTERS

      Umsatz: 5 Milliarden Euro, 9 Prozent vom Konzernumsatz
      Entwicklung: deutliche Umsatzsteigerung
      Erwartung: weitere Steigerung. „Die momentanen Entwicklungen an Chinas Börsen haben keinen Einfluss auf unser Geschäft. An unseren Prognosen hat sich nichts geändert“, erklärt der Konzern

       

      Top-Jobs des Tages

      Jetzt die besten Jobs finden und
      per E-Mail benachrichtigt werden.

      Standort erkennen

        Post-Chef Frank Appel sind die Geschäfte in China so wichtig, dass er vor drei Jahren gleich den Konzernsitz für drei Wochen nach China verlagerte und die Geschäfte von dort aus steuerte. Drei Wochen lang tourte er durchs Land, verteilte Pakete in der Innenstadt Shanghais, sprach zu den Mitarbeitern und mit Großkunden und Regierungsvertretern. Für den Post-Chef ist China eine wichtige Antriebskraft, mit deren Hilfe er seine ambitionierten Gewinnziele  erreichen will. Bis 2020 will Appel den Gewinn von aktuell drei auf fünf Milliarden Euro steigern, der Umsatz-Anteil der Schwellenländer soll sich von 20 auf 30 Prozent erhöhen – allen voran durch Investitionen in China. „China ist und bleibt ein bedeutender Wachstumsmarkt für Deutsche Post DHL Group“, teilt der Konzern mit.

        DHL transportiert dort vor allem zeitkritische Express-Sendungen durch das Land und auch über die Grenzen hinweg, per Flugzeug und seit vergangenem Jahr auch per Schiene. Außerdem managt der Bonner Konzern dort Lager und Logistikabteilungen von Technologie- und Autokonzernen. Die zuständige Sparte Supply Chain hat erst vor einem knappen halben Jahr angekündigt, ihre Investitionen in China verdoppeln zu wollen. Das Geschäft immerhin hängt nur indirekt an der chinesischen Wirtschaftssituation, die Kunden sind meist europäische Großkonzerne, die ihre Produktion nach Asien verlagert haben. Und auch das Express-Geschäft lebt noch immer vor allem von der Nachfrage in Europa nach den in China produzierten Waren.

         

        China ist und bleibt ein attraktiver Wachstumsmarkt für Fresenius Quelle: dpa

        Umsatz: 700 Millionen Euro, 3 Prozent vom Konzernumsatz
        Entwicklung:  seit 2010 rund 20 Prozent Umsatzplus pro Jahr
        Erwartung: weiter anhaltendes Wachstum

        Ein Sprecher: „Der Gesundheitsmarkt ist in China - genauso wie in den vielen anderen Ländern weltweit, in denen wir tätig sind - sicher weniger abhängig von konjunkturellen Schwankungen als andere Branchen, etwa die Autobauer. Denn der Nachholbedarf an hochwertiger Medizin ist nach wie vor hoch, und mit zunehmender Reife der Volkswirtschaft fließt anteilig mehr Geld in den Ausbau der Gesundheitsversorgung. Also: für uns dürfte das keine wesentlichen Auswirkungen haben.
        Die Nachfrage nach Medizin ist nicht von Börsenschwankungen abhängig, sondern entwickelt sich auch in China weiterhin stabil nach oben. China ist und bleibt ein attraktiver Wachstumsmarkt für Fresenius.

        China ist auch für Fresenius Medical Care ein attraktiver Wachstumsmarkt. Derzeit konzentrieren sich die Aktivitäten auf das Produktgeschäft.

        Henkel

        China ist der drittgrößte Markt für Henkel und seit vielen Jahren ein Wachstumsmotor Quelle: dpa

        Umsatz: 1,3 Milliarden Euro, 8 Prozent vom Konzernumsatz
        Entwicklung:  seit 2010 mehr als 10 Prozent Umsatzplus pro Jahr
        Erwartung: Spürbares Wachstum

         

        Während in den gesättigten westeuropäischen und nordamerikanischen Märkten die Umsätze vor sich hindümpelten, stieg der Erlös in der Region Asien und Pazifik im vergangenen Jahr um mehr als acht Prozent. Mit einem zweistelligen Umsatzwachstums rechnet Konzernchef Kasper Rorsted im laufenden Geschäftsjahr, sagte er Anfang März.

        China ist mittlerweile drittgrößter Einzelmarkt, hinter den USA und Deutschland. Henkel beschäftigt dort mehr als 5000 Mitarbeiter, die dort Klebstoffe (Loctite) und Kosmetik- und Körperpflegeprodukte (Schwarzkopf, Syoss) herstellen und vertreiben. Dazu betreibt Henkel in Shanghai ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für seine Kosmetikmarken und an den Rand der Megametropole hat Henkel sein weltweit größtes Klebstoffwerk auf die grüne Wiese gesetzt.  

        Rorsted braucht das Wachstum in China, um die selbst propagierten, ambitionierten Ziele erreichen zu können: 20 Milliarden Euro Konzernumsatz, 10 Milliarden Euro Umsatz in Wachstumsmärkten und ein zehnprozentiges jährliches Wachstum des Ergebnisses je Aktie. Und das schon in anderthalb Jahren, bis Ende 2016.

        „China ist der drittgrößte Markt für Henkel und seit vielen Jahren ein Wachstumsmotor“, so Rorstedt. „Wir sehen langfristig weiterhin ein höheres Wachstumspotenzial als in den entwickelten Märkten. Doch hohes Wachstum ohne Risiko gibt es nicht. Wir müssen uns daher auf Volatilität und auf Unsicherheiten, wie wir sie aktuell am chinesischen Aktienmarkt erleben, einstellen.“

        Lufthansa, Metro und SAP

         

        Lufthansa

        das Wartungsgeschäft der Lufthansa Technik spielt in China eine wesentliche, stark wachsende Rolle. Quelle: REUTERS

        Top-Jobs des Tages

        Jetzt die besten Jobs finden und
        per E-Mail benachrichtigt werden.

        Standort erkennen

          Umsatz: gut 1 Milliarde Euro, 5 Prozent vom Konzernumsatz
          Entwicklung:  Nach starkem Wachstum bis etwa zuletzt eher stabile Umsätze
          Erwartung: Wieder stärkeres Wachstum

           

          Für die Fluglinien der Lufthansa ist China nach den USA der wichtigste Langstreckenmarkt mit 62 Flügen pro Woche – sowie 21 weiteren Verbindung nach Hongkong. Auch für das Frachtgeschäft die Cateringtochter LSG Sky Chefs und das Wartungsgeschäft der Lufthansa Technik spielt China eine wesentliche, stark wachsende Rolle.

          „Insgesamt sind keine signifikanten Auswirkungen auf unsere Geschäfte durch die aktuellen Entwicklungen an den chinesischen Börsen erkennbar“, so ein Sprecher.

          Darum erwartet das Unternehmen, dass alle Geschäftsfelder in den nächsten fünf Jahren dort überproportional stark wachsen können. "Dazu werden auch die engen Partnerschaften mit wichtigen Unternehmen in China beitragen“, so der Sprecher. Neben dem bereits seit den Neunzigerjahren laufenden Gemeinschaftsunternehmen im Wartungsbereich namens Ameco folgt Ende Oktober ein Joint Venture im Passagierverkehr mit der staatlichen Air China.

          Denn gerade im Passagierverkehr vollzieht sich gerade eine erstaunliche Wendung. „Wir sehen momentan eine bemerkenswert positive Entwicklung des Geschäfts in China bedingt durch eine positive Währungsentwicklung, die das verfügbare Einkommen der Menschen in China stärkt sowie einen kontinuierlich wachsende Mittelschicht“, so der Sprecher. Noch bis vor kurzem legte das Geschäft wegen der wachsenden Konkurrenz vor allem durch die Fluglinien vom Golf wenn überhaupt nur schwach zu. „Einzig bei Lufthansa Cargo konnten wir in den letzten beiden Monaten eine Schwäche auf Routen von und nach China beobachten“, so der Sprecher.

           

          Metro

          Metro erwartet ein spürbares Wachstum im China-Geschäft. Quelle: dpa

          Umsatz: 2,3 Milliarden Euro , 4 Prozent vom Konzernumsatz
          Entwicklung: Wachstum von 50 Prozent seit 2011
          Erwartung: spürbares Wachstum

           

          Aktuell hat Metro 81 Großmärkte in 57 Städten. Weitere Markteröffnungen sind geplant. „Wir sehen weiterhin großes Potenzial für das chinesische Geschäft unabhängig von zwischenzeitlichen Abschwächungen. Auch die Bestrebungen der Regierung, den privaten Konsum mittelfristig weiter zu stärken, werden sich zusätzlich positiv auswirken“, erklärt ein Sprecher.

          „Mit dem steigenden Lebensstandard in China und einer wachsenden Zahl an Restaurants und Hotels in den vergangenen Jahren, bietet das Land weiterhin große Potenziale für das Cash & Carry-Geschäft. China ist und bleibt daher ein wichtiger Markt. In Asien zählt China neben Indien zu unseren Haupt-Expansionsmärkten.“

           

           

          SAP

          So groß das Potential ist, der Umsatz von SAP schwankt in den einzelnen Bereichen. Quelle: dpa

          Umsatz: 1 Milliarde Euro , 6 Prozent vom Konzernumsatz
          Entwicklung: Kräftiges Wachstum
          Erwartung: weiter spürbares Wachstum

           

          Bill McDermott nannte China mal „unsere zweite Heimat“, um eilig nachzulegen, dass natürlich Deutschland und die USA die erste Heimat bleiben. Das Unternehmen mehrere Milliarden investiert und aktuell 4500 Mitarbeiter im Land. Von ihnen passt etwa die Hälfte die gut 3000 Produkte des Konzerns an die chinesische Sprache und Dialekte sowie den Rechtsrahmen an. Länderspezifische Produkte sind noch die Ausnahme.

          So groß das Potential ist, der Umsatz schwankt in den einzelnen Bereichen. Ein großes Plus gibt es Anwendungen für Cloud Computing, wo SAP dank des Gemeinschaftsunternehmens mit China Telecom zu den wenigen westlichen Firmen gehört, die im Land arbeiten. Dazu kommen Produkte für die vernetzte Industrie 4.0.

          Siemens und Volkswagen

           

          Siemens

          Siemens erwartet weiter ein solides Wachstum Quelle: REUTERS

          Umsatz: 6,5 Milliarden Euro, 8,5 Prozent vom Konzernumsatz
          Entwicklung: Kräftiges Wachstum
          Erwartung: Abgeschwächtes Plus

           

          Top-Jobs des Tages

          Jetzt die besten Jobs finden und
          per E-Mail benachrichtigt werden.

          Standort erkennen

            Zuletzt verlor bei dem  Münchner Technologiekonzern das Geschäft im Reich der Mitte stärker als erwartet an Fahrt. „Mit Investitionsgütern will man in China zurzeit nicht unterwegs sein“, heißt es in Unternehmenskreisen. Die Münchner hoffen nun, von geplanten Investitionen in die Infrastruktur zu profitieren, etwa bei Projekten zur Stromübertragung.

            "China wächst immer noch um rund sieben Prozent. Viele andere Länder wären glücklich über ein solches Wachstum“, erklärt Vorstand Siegfried Russwurm. „Das Geschäft in China ist für uns herausfordernd. Wir haben einen stärkeren Wettbewerb und neue lokale Wettbewerber. Aber das ist aus unserer Sicht nur normal und wir müssen uns darauf einstellen - wie in jedem anderen Markt auch."

            Der Leiter des Chinageschäfts Lothar Herrmann ergänzt zur Lage an den Finanzmärkten: "Es findet derzeit eine Restrukturierung einiger Branchen statt. Das erzeugt natürlich Unsicherheit und Nervosität. Dies ist aus unserer Sicht normal und die Regierung hat Maßnahmen ergriffen, die wirken. Ich sehe keine Blase an den Finanzmärkten", so Herrmann. "Siemens ist zuletzt zweistellig gewachsen in China. Wir erwarten weiter ein solides Wachstum."

             

             

            Volkswagen

            Prognose von VW: In China wird das Wirtschaftswachstum 2015 auf hohem Niveau bleiben Quelle: dpa

            Umsatz: VW macht keine Angaben, laut Schätzungen sind es gut 70 Milliarden Euro, rund ein Drittel vom Umsatz
            Entwicklung: zweistelliges Wachstum
            Erwartung: abgeschwächtes Plus

             

            Für VW verkauft mit 3,7 Millionen Wagen 37 Prozent seiner Autos in China und baut fast genauso viel im Land. Damit stammt jedes fünfte im Land zugelassene Wagen von den Wolfsburgern. Dabei konnte der Konzern sein operatives Ergebnis seit 2007 verdreifachen auf 5,2 Milliarden Euro in 2014.

            Doch das macht den Konzern auch verwundbar. Denn in diesem Jahr lahmt das Geschäft. Und wegen der wachsenden Umweltverschmutzung gibt es immer öfter Zulassungsbeschränkungen in Großstädten. Von Januar bis Ende Mai verkaufte der Konzern 3,7 Prozent weniger Autos als im Vorjahreszeitraum. Immerhin wuchs das Kreditgeschäft seit 2014. Inwischen verkauft VW 25 Prozent der Autos auf Pump.

            Ausland



            Doch Konzernchef Martin Winterkorn will weiter wachsen und 2019 fünf Millionen Autos verkaufen sowie 30.000 neue Jobs schaffen. „Trotz zunehmender Zulassungsbeschränkungen in Ballungsgebieten besteht insbesondere im Binnenland ein beträchtliches Potenzial, um zusätzliche Neukunden für automobilbezogene Finanzdienstleistungen zu gewinnen“, heißt es offiziell.

            Nachdem er die Zusammenarbeit mit Partner FAW um 25 Jahre verlängert hat, will der Konzern zusammen mit Joint-Venture-Partnern 22 Milliarden Euro investieren. Denn, so heißt es offiziell: „In China wird das Wirtschaftswachstum 2015 auf hohem Niveau bleiben... die Nachfrage wird sich weiter erhöhen, das Tempo jedoch nachlassen... Voraussichtlich wird sich dieses Wachstum verlangsamt fortsetzen und von den großen Metropolen an der Küste ins Landesinnere verlagern.“ 

            © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
            Zur Startseite
            -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%