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Chinas Premier Wen Jiabao Prost, Kommunismus – was kostet die Welt?

Wen Jiabao galt als unbestechlich, doch nun gerät Chinas Premier ins Zwielicht. Der Vorwurf: Vorteilsnahme und Vetternwirtschaft. Im Schatten der Macht sollen seine Verwandten ein Milliardenvermögen angehäuft haben.

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Fabers düstere Prognose für China
Marc Faber Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche
Rio de Janeiro Quelle: dapd
Kupfermine in Chile Quelle: IVAN ALVARADO
Taipeh 101 Quelle: dpa/dpaweb
Casino in Macau Quelle: REUTERS
Louis Vuitton in Shanghai Quelle: AP
Transformator Quelle: REUTERS

Wie reich darf ein guter Kommunist sein? In China ist die Grenze offenbar nach oben offen. Die Familie von Premier Wen Jiabao soll während seiner Regierungszeit ein Vermögen von rund zwei Milliarden Euro aufgehäuft haben. Möglich machte das die Nähe zur Macht.

Die Neuigkeit kommt für die Kommunisten zur Unzeit. Vor einem entscheidenden Parteitag der Kommunistischen Partei schüren solche Nachrichten die Unzufriedenheit im Volk. Schon jetzt brechen in allen Landesteilen regelmäßig Aufstände von Unzufriedenen los, die sich benachteiligt fühlen.

Vor allem Wens Frau, Zhang Beili, ist dabei schon lange wegen ihrer verzweigten Geschäfte in der Edelsteinbranche im Gerede. Wen hat sich zwar schon vor Jahren von ihr distanziert, doch das hindert sie nicht daran, weitere Millionen anzuhäufen. Der Handel mit Diamanten ist in China staatlich reguliert. Zhang hatte praktisch ein Monopol auf den Im- und Export.

Heute Vormittag haben die Zensurbehörden in Peking dann plötzlich hart gegen die Verbreitung eines Artikels in der US-Zeitung „New York Times“ durchgegriffen. Die Journalisten hatten die Finanzverflechtungen der Familie Wen im Detail nachverfolgt und in einem längeren Artikel zusammengestellt. Der Onlineauftritt der Zeitung ist seitdem von China aus nicht mehr erreichbar, der Webbrowser zeigt nur eine Fehlermeldung.

Unter Chinas Top-Kommunisten steigt merklich die Nervosität. Das Volk fühlt sich zunehmend betrogen: Während der soziale Aufstieg immer schwerer wird, bereichern sich einige wenige Familien an den Schaltstellen der Macht. Denn in Chinas Staatswirtschaft sind Beziehungen Geld. „Es gibt vier große Familien, die die Adern der chinesischen Wirtschaft kontrollieren“, sagt der emeritierte Politologe Shang Dewen von der Peking-Universität. „Die Kommunistische Partei repräsentiert nicht mehr die Interessen des Volkes, sondern nur noch ihre eigenen.“

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