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Chiphersteller Ex-Infineon-Chef in Shanghai willkommen

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Grace-Werk in Shanghai Quelle: Mick Ryan für WirtschaftsWoche

Auf seine China-Expedition hat Schumacher eine Reihe ehemaliger Infineon-Kollegen mitgenommen. Auch wenn sie in China weniger verdienen, gemeinsam sind sie besessen von der Idee, aus Grace einen der führenden Halbleiterhersteller der Welt zu machen. Ein bisschen sei es so wie anfangs bei Infineon, sagt Schumacher. „Wir wollten damals alle etwas Großes schaffen.“ Zwar seien sie inzwischen alle einige Jahre älter, doch sei ihr Elan ungebrochen. „Es ist ein wenig so wie in dem Fernsehfilm ‚Der große Bellheim‘. Allerdings sind wir alle realistisch genug, nicht nach den Sternen zu greifen“, lacht Schumacher. In dem Streifen gelingt einer Rentner-Gang noch mal der große Coup. Sie machen aus einem Kaufhaus einen erfolgreichen Konzern.

Auf dem Weg dahin sieht sich Schumacher schon ein Stück weit vorangekommen. Mit den Geschäftszahlen ist er ganz zufrieden. Zwischen 2005 und 2007 kletterte der Umsatz jedes Jahr um 60 Prozent. In diesem Jahr soll er um weitere 40 Prozent steigen. Vier neue Großkunden hat Schumacher in diesem Jahr gewinnen können. Grace soll erstmals schwarze Zahlen schreiben, ein Börsengang kommt damit in Sichtweite.

Unter Druck

Nicht ausgeschlossen, dass Schumacher dann mit Rennmontur im Porsche vor der Börse Shanghai vorfährt, so wie seinerzeit beim Infineon-Börsengang. „Wenn die internationalen Finanzmärkte ein wenig zur Ruhe kommen, werden wir den Börsengang in Angriff nehmen“, verkündet der passionierte Rennfahrer.

Doch ein Selbstläufer ist das Chinageschäft für Grace nicht. Im Vergleich zu den taiwanischen Herstellern spielt der Chipproduzent aus Shanghai noch immer eine Außenseiterrolle. Der brutale Wettbewerb der Halbleiterhersteller auf dem chinesischen Festland setzt Grace mehr und mehr unter Druck. Derzeit erzielt Grace 90 Prozent seines Umsatzes außerhalb Chinas: Zwischen 50 und 60 Prozent entfallen auf die USA, etwa 30 Prozent auf Japan. In China erwirtschaftet Grace gerade mal fünf Prozent seines Umsatzes. Zwar benötigt das Land für seine rasch wachsende Elektronikindustrie ein Viertel aller weltweit hergestellten Speicherchips. Nach den USA ist China damit der zweitgrößte Halbleitermarkt der Welt. Doch nur zehn Prozent dieser Chips werden auch im Reich der Mitte produziert.

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