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Coronavirus EU erhält bis zu 300 Millionen Corona-Impfdosen von Biontech

Der Vertragsabschluss zwischen der EU und Biontech und Pfizer steht. 200 Millionen Impfdosen soll die EU demnach erhalten - mit der Option auf mehr.

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Die Pharma-Unternehmen Biontech und Pfizer wollen schon bald eine Zulassung beantragen. Quelle: Reuters

Die Europäische Union hat sich bis zu 300 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs der Pharmaunternehmen BioNTech und Pfizer gesichert. Die Liefervereinbarung zwischen der Europäischen Kommission und den Impfstoffherstellern wurde am Mittwoch unter Dach und Fach gebracht.

Der Vertrag sieht den Kauf von zunächst 200 Millionen Impfstoffdosen vor sowie wie geplant eine Option auf weitere 100 Millionen Dosen. Wenn der Impfstoff zugelassen wird, soll die Auslieferung voraussichtlich noch Ende dieses Jahres beginnen. "Das bringt uns einer nachhaltigen Lösung der Pandemie näher", sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen.

Die Mainzer Biotechfirma BioNTech und ihr US-Partner Pfizer hatten am Montag als weltweit erste Unternehmen positive Ergebnisse aus einer entscheidenden Studie mit einem Corona-Impfstoff verkündet. Demnach bot ihre Impfung einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19.

Weltweit hatte diese Nachricht für Euphorie gesorgt und ein Kursfeuerwerk an den Börsen ausgelöst. Die Impfstofflieferung für die EU soll in den Produktionsstätten von BioNTech in Deutschland sowie in Pfizers Werken in Belgien hergestellt werden. Die beiden Partner gehen davon aus, weltweit rund 1,3 Milliarden Impfstoffdosen bis Ende 2021 liefern zu können.

Die Europäische Kommission hatte bereits im September Sondierungsgespräche mit den Unternehmen über bis zu 300 Millionen Dosen abgeschlossen. Deutschland bekommt nicht nur aus dem EU-Vertrag Impfstoffdosen von BioNTech, sondern auch über eine bilaterale Vereinbarung im Rahmen der Forschungsförderung.

Das Gesundheitsministerium beziffert die Gesamtzahl der Dosen für Deutschland auf 90 bis 100 Millionen. BioNTech erhält im Rahmen eines Sonderprogramms des Bundesforschungsministeriums zur Beschleunigung der Corona-Impfstoffentwicklung in Deutschland bis zu 375 Millionen Euro vom Bund.

BioNTech und Pfizer wollen noch im November in den USA eine Notfallgenehmigung für ihren Impfstoff beantragen. Der Einreichungsprozess bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA wurde im Oktober eingeläutet. Bislang ist international noch kein Impfstoff gegen das Coronavirus, an dem weltweit mehr als 1,27 Millionen Menschen gestorben sind, auf dem Markt. Ein solcher wird aber als entscheidend angesehen, um die Pandemie zu beenden.

Die Europäische Kommission hat bereits mit einer Reihe von anderen Pharmakonzern Liefervereinbarungen über Millionen Corona-Impfdosen unterschrieben. Dazu gehören AstraZeneca, Sanofi/GlaxoSmithKline sowie Johnson & Johnson. Sondierungsgespräche wurden zudem mit der Tübinger CureVac und dem US-Biotechkonzern Moderna abgeschlossen.

Mehr: Im Kampf gegen Corona bieten auf Boten-Nukleinsäuren basierte Impfstoffe das größte Potenzial. Aber dabei sind auch viele Fragen noch ungeklärt.

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