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Coronavirus G7-Staaten wollen Wirtschaft gegen Corona stärken

Die Ausbreitung des Coronavirus stellt Unternehmen vor Herausforderungen, Ökonomen warnen vor erhöhter Rezessionsgefahr. Die G7-Staaten reagieren.

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Die Finanzminister der G7-Staaten erklärten, die Regierungen seien bereit, auch fiskalische Maßnahmen zu ergreifen Quelle: Reuters

In der Coronavirus-Krise werden Rufe nach staatlicher Hilfe für die Konjunktur lauter. Die sieben großen Industriestaaten (G7) bekundeten am Dienstag ihren Willen, mögliche wirtschaftlichen Folgen abzufedern. Die Verbreitung des neuartigen Virus und die Auswirkungen auf Finanzmärkte und Wirtschaft würden genau beobachtet, hieß es in einer Erklärung der Finanzminister und Notenbankchefs der G7 im Anschluss an eine Telefonkonferenz.

Die Regierungen seien bereit, auch fiskalische Maßnahmen zu ergreifen – also beispielsweise höhere Staatsausgaben. „Angesichts der möglichen Auswirkungen von Covid-19 auf das globale Wachstum bekräftigen wir unsere Verpflichtung, alle geeigneten politischen Instrumente einzusetzen, um ein starkes und nachhaltiges Wachstum zu erreichen und gegen Abwärtsrisiken zu sichern.“ Zur Gruppe der G7-Staaten gehören die USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada und Italien.

Führende Notenbanken versicherten, sie beobachteten die weitere Entwicklung genau und seien bereit, bei Bedarf geeignete und gezielte Maßnahmen zu ergreifen.

Volkswirte dämpften allerdings die Erwartungen an eine mögliche Krisenintervention. „Anders als in der globalen Finanzkrise werden die Zentralbanken bei der Bekämpfung des wirtschaftlichen Schadens durch das Coronavirus nur wenig helfen können“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher. Das größte wirtschaftliche Problem sei ein Zusammenbrechen globaler Wertschöpfungsketten und fehlendes Konsumentenvertrauen.

Ähnlich argumentierte der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater: „Die unmittelbaren wirtschaftlichen Probleme liegen in einem vorübergehenden gleichzeitigen Ausfall von Angebot und Nachfrage aufgrund eines von außen kommenden Schocks, und das weltweit. Dagegen können die Notenbanken direkt wenig tun.“

Ifo-Präsident Clemens Fuest warnte vor massiven Folgen für die Wirtschaft bei einer Ausbreitung des Virus. „Wir haben eine deutlich erhöhte Rezessionsgefahr“, sagte Fuest in Berlin. Derzeit kämen ein „Angebots- und ein Nachfrageschock“ zusammen, dies könne eine gefährliche Mischung sein. Die Politik müsse dringend ein Signal setzen und klar machen, alles zu tun, was notwendig sei.

Möglich seien zum Beispiel eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes sowie Notkredite für Unternehmen, die von der Unterbrechung von Lieferketten betroffen seien – damit könnten Insolvenzen verhindert werden. Dies betreffe Branchen wie den Maschinenbau oder die Autoindustrie, aber auch Dienstleistungsfirmen.

Für Europas Fluggesellschaften hat die rasante Ausbreitung des Virus bereits spürbare Folgen. Mehrere Airline-Chefs berichteten bei einem Branchentreffen in Brüssel von einem starken Rückgang der Buchungszahlen.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sprach sich für ein schnell wirkendes Investitionspaket aus. Deutschland befinde sich im Bann des Coronavirus - nicht nur gesundheitlich, sondern auch politisch. Schon seien Lieferketten in Teilen unterbrochen. Es drohten bereits Produktionseinbrüche, sagte Dobrindt und fügte hinzu, es gehe um einen zweistelligen Milliarden-Betrag für Investitionen.

FDP-Chef Christian Lindner forderte die Bundesregierung auf, ein „Anti-Krisen-Paket“ gegen die wirtschaftlichen Folgen einer Coronavirus-Epidemie aufzulegen. „Die OECD warnt bereits vor einer Rezession“, sagte Lindner.

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