Cybersicherheit US-Senat billigt Gesetz zum Schutz vor Hackerangriffen

Allen Bedenken einiger Senatoren und Konzernen wie Apple zum Trotz billigt der US-Senat ein Gesetz, das besseren Schutz vor Hackern bieten soll. Doch Experten zeigen sich skeptisch über die Effizienz der Vorlage.

Zehn Abzocker-Tricks im Internet
Trojaner und Co.Viren, Würmer und Trojaner können erhebliche Schäden auf dem PC anrichten. Beliebt bei Abzockern sind vor allem die Trojanischen Pferde, die vom Nutzer meist unbemerkt auf dem Rechner lauern und sensible Daten wie Passwörter abfangen, mit denen dann Schindluder getrieben werden kann. Wie kann man sich schützen?Bei allen Downloads aus dem Internet ist Vorsicht geboten. Das BSI warnt davor, dass sich in der Flut von Gratis-Programmen und Dateien unzählige Schadprogramme verstecken, die dann den Rechner infizieren. Manche davon verbreiten sich auch über USB-Sticks, weshalb man diese am besten nicht mit anderen austauschen sollte. Bemerkt man die Infektion, sollte man an einem
PhishingDas Wort, das wie
Spam, Spam, SpamSpam- oder auch Junk-Mails sind nicht nur ärgerlich, weil sie den Posteingang zumüllen. Lädt man die Massen-Mails herunter, können dem Nutzer je nach Internet-Anbieter Kosten für den Datenverkehr entstehen. Laut BSI entstehen jedes Jahr Kosten in Milliardenhöhe für Versand, den Zeitverlust fürs Lesen, das Entfernen oder sogar Beantworten des elektronischen Schrotts. Wie kann man sich schützen?Egal wie sehr man sich ärgert, man sollte niemals auf ungewollte Newsletter oder Werbepost antworten - denn die Nachrichten werden oft vollautomatisch an Hunderttausende per Zufallsprinzip erstellte Mailadressen versandt. Reagiert der Adressat auf die unerwünschte Müllpost, zeigt er nur, dass ein realer Nutzer erreicht wurde, und erhält noch mehr Spam. Wird man immer vom gleichen Absender belästigt, kann ein Filter im Mail-Programm helfen, der den Spammer blockiert. Bei extremer Belästigung hilft oft nur noch die Aufgabe der Mail-Adresse und das Erstellen einer neuen - bei der man dann wesentlich vorsichtiger damit umgehen sollte, wo und wem man sie weitergibt. Quelle: AP
Geschenke und GewinnspieleWenn beim Surfen plötzlich ein Browserfenster aufgeht, dass man ein Handy oder gar eine tolle Kamera gewonnen hat, kann man sich doch freuen - oder? Mitnichten! Die Verbraucherzentralen warnen vor solchen vermeintlichen Geschenken, denn es sind nur fiese Köder, die zum Beispiel von den Kosten für das Gewinnspiel ablenken sollen. Oft sind die Betrüger aber auch hier einfach auf die intimen Nutzerdaten aus. Wie kann man sich schützen?Vorsicht bei verlockenden Gewinnspielen und angeblichen Präsenten von Anbietern zweifelhafter Seriosität - denn wer hat schon etwas zu verschenken? Die persönlichen Daten wie Name, Alter, Anschrift, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse landen meist nur bei Adressensammlern, die diese dann in Paketen weiterverkaufen und sich so die Taschen füllen. Das einzige, was sich beim Opfer füllt, ist dann der Anrufbeantworter oder das Mail-Postfach, und zwar mit nerviger, ungewollter Werbung. Im Zweifelsfall also lieber: Finger weg! Quelle: dpa
Betrug per AppSmartphones sind ja sehr praktisch. Auch unterwegs hat man nicht nur ein Telefon, sondern eben auch immer einen Zugang zum Internet dabei. Doch auch bei dieser neuen Spielerei finden natürlich Betrüger Mittel und Wege, um Nutzern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Abzocke per App, also einem kleinen Programm auf dem Handy, nimmt laut Verbraucherzentrale zu. In Spielen oder anderen Anwendungen, die erstmal gratis heruntergeladen werden können, verbergen sich meist kleine Werbebanner, etwa mit Hinweisen auf eine Erweiterung (zum Beispiel:
Lösegeld-ErpressungLösegeld-Erpressung? Ja, das gibt es auch im digitalen Bereich. Mit sogenannter Ransomeware wird der Rechner infiziert (zum Beispiel per E-Mail-Anhang oder auch per Facebook-Link), und der Nutzer kann auf einmal nicht mehr auf einzelne Dateien, Ordner oder gleich seine ganze Festplatte zugreifen. Für die Freigabe der Daten-Geiseln fordern die Schadprogramme Geld, das per anonymer Überweisung ins Ausland gehen soll. Berühmtheit erlangte der Bundespolizei-Trojaner, der Betroffenen vorgaukelte, eine offizielle Polizeibehörde habe den Rechner verschlüsselt, weil ungesetzliches Material (etwa Kinderpornografie) darauf gefunden worden sei. Wie kann man sich schützen?Alle Programme inklusive Antivirensoftware sollte immer auf dem neusten Stand gehalten werden. Vor allem gegenüber E-Mails von unbekannten Absendern, die Links oder Anhänge enthalten, sollte man misstrauisch sein. Ein beliebter Verbreitungsweg ist auch das soziale Online-Netzwerk Facebook: Hier verbreiten sich die Schadprogramme über Links in automatisch geposteten Videos oder Fragen, die zum draufklicken animieren (zum Beispiel:
berTeure AbofallenEigentlich wollte man doch nur über eine Website ein paar Gratis-SMS verschicken. Und nun flattert eine astronomische Rechnung ins Haus. Angeblich kostenfrei zu versendende Kurznachrichten oder Spiele, Logos und Klingeltöne, die man sich zu sagenhaft günstigen Preisen herunterladen kann, sind eine beliebte Abofalle. Nutzer übersehen das Kleingedruckte und schließen nichts ahnend ein teures Abonnement ab. Wie kann man sich schützen?Auch wenn es lästig ist: Man sollte auch bei scheinbar kleinen Beträgen für ein Onlinespiel oder vermeintlichen Gratis-Angeboten sehr genau darauf achten, was sich im Kleingedruckten versteckt. Man sollte sich genau durchlesen, welche Leistung verkauft wird und auf Schlagworte wie

Der US-Senat hat ein Gesetz zum Schutz vor Cyberangriffen gebilligt. Es sieht vor, dass Firmen untereinander und mit der Regierung Informationen über drohende Hackerattacken austauschen. 74 Senatoren stimmten am Dienstag für die Vorlage, 21 dagegen.

Zu Jahresbeginn hatte das Repräsentantenhaus mit seltenem überparteilichen Konsens eine eigene Vorlage zur Cybersicherheit verabschiedet. Daher müssen beide Versionen nun in Einklang gebracht werden, ehe das Gesetz von Präsident Barack Obama unterzeichnet werden kann.

Der Zustimmung des Senats ging eine sechs Jahre lange Vorarbeit an der Vorlage voraus. Kritik kam jedoch von Konzernen wie Apple, die fehlenden Datenschutz und Transparenz beklagen. Nachbesserungen hatte der Senat abgelehnt, darunter einen Vorschlag, der ausschließen sollte, dass Unternehmen persönliche Daten ihrer Kunden an die Regierung weitergeben. Auch blieb es dabei, dass geheimbleibt, welche Firmen sich an dem Informationsaustausch beteiligen und welche Daten sie übergeben.

Für die Firmen soll die Teilnahme freiwillig bleiben. Sie bekommen für ihre Kooperation jedoch besonderen Rechtsschutz unter anderem vor Kartellbeschränkungen und Datenschutzklagen von Verbrauchern.

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Treibende Kraft hinter dem Gesetzesvorhaben waren die demokratische Senatorin Dianne Feinstein und ihr republikanischer Kollege Richard Burr. Sie bezeichneten die Initiative als nötig, um groß angelegte Cyberattacken zu vermeiden – etwa wie jene auf Sony Pictures im Herbst 2014. Ins IT-Netz der Filmproduktionsfirma drangen damals Hacker ein, die massenhaft Daten stahlen und Firmengeheimnisse publik machten.

Der Senator Ron Wyden hatte sich aus Sorge um den Datenschutz gegen das Gesetz ausgesprochen. Mit seinem Änderungsvorschlag, Firmen vor Überstellung von Daten an den Staat auf Beseitigung persönlicher und irrelevanter Kundeninformationen zu verpflichten, war der Demokrat jedoch gescheitert.

Ebenfalls auf Granit biss der demokratische Senator Patrick Leahy mit seinem Vorstoß, den Umfang von als geheim eingestuften Informationen zu erweitern, die Firmen an die Regierung weiterleiten können. Kritik äußerte er vor allem daran, dass die Ausnahme der neuen Vorlage vom US-Informationsfreiheitsgesetz beschlossen worden sei, ohne dass es vorher eine öffentliche Debatte darüber gegeben habe.

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Vergangene Woche drängte die Sunshine in Government Initiative, eine in Washington ansässige Organisation zur Förderung transparenterer Regierungspolitik, den Senat vergeblich, sich hinter Leahys Vorschlag zu stellen. Die Nachrichtenagentur AP ist eines von neun Medienhäusern, die Mitglieder der Organisation sind.

Ob das Gesetz eine Verbesserung der Internetsicherheit bringt, ist fraglich. Denn abgesehen davon, dass die Kooperation freiwillig ist, zögern Unternehmen traditionell, der Regierung von ihren Lecks zu berichten.

Alan Paller, Forschungsdirektor am SANS-Institut, legte sich bereits fest: „Die Verabschiedung des Gesetzes wird keine Wirkung auf die Verbesserung der Cybersicherheit haben.“ Dies habe sich immer gezeigt, wenn ein Gesetz zum Informationsaustausch verabschiedet worden sei, sagte er. Denn Unternehmen komme die Enthüllung von Problemen so teuer zu stehen, dass sie dies gerne vermieden – selbst wenn es für sie von großem Vorteil sei, von den Mängeln anderer Leute zu lernen.

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