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Davos Der Iran will Entspannung – aber nicht um jeden Preis

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Erzfeind Israel bleibt skeptisch

"Europa muss weiter zusammenwachsen"
"Europa muss weiter zusammenwachsen"Die Euro-Krise ist noch längst nicht ausgestanden, sagt US-Ökonom Kenneth Rogoff. Die Staaten müssten mehr für den Schuldenabbau tun - und Europa muss "weiter zusammenwachsen". "Die Union muss verwirklicht werden, inklusive einer gemeinsamen Fiskalpolitik und einer gemeinsamen Haftung", so Rogoff beim Weltwirtschaftsforum 2014 in Davos. Quelle: AP
"Die Euro-Krise ist noch längst nicht vorbei"Ex-Bundesbankpräsident Axel Weber sieht in den Erholungstendenzen in Südeuropa keinen Grund, "um ekstatisch zu werden". Zu vieles liege noch im Argen. Die Krise sei längst nicht überwunden. Quelle: dpa
"Wir wollen mehr Frauen in Führungspositionen"Japans Regierungschef Shinzo Abe kritisiert, dass die heimische Wirtschaft zu sehr von Männern geprägt sei. Er will gegenlenken. "Bis 2020 sollen 30 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt werden", hat er sich zum Ziel genommen. Quelle: dpa
Angela Merkel und Gründer und Präsident des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab beim 43. Treffen des Weltwirtschaftsforums in Davos Quelle: dpa
Jim Yong Kim, Präsident der Weltbank Quelle: REUTERS
Christine Lagarde Quelle: REUTERS
Drew Gilpin Faust spricht nach Einführung als 28. Präsidentin der Harvard Universität Quelle: REUTERS

Auch die Deutschen spekulieren auf eine Entkrampfung im Atomstreit – und auf einen Startvorteil, sollten die Sanktionen fallen. Die Deutsch-Iranische Industrie- und Handelskammer hat trotz der internationalen Drohgebärden gegen das Mullah-Regime vor Ort die Stellung gehalten. Dass im optimalen Fall der Iran eine Wirtschaftsmacht werden kann, unterstrich auch Hassan Rohani.

"Wir haben das Potenzial in den nächsten drei Jahrzehnten zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt zu gehören. Ich habe die Absicht, den Boden dafür vorzubereiten", so der Präsident, der sich anschließend an die Wirtschaftsvertreter wandte. "Schauen Sie, welche Möglichkeiten es gibt, für Investitionen. Machen Sie sich vertraut mit unserer Kultur. Erleben Sie aus erster Hand die iranische Gastfreundschaft."

Ob Rohanis Einladungen angenommen werden, ist allerdings ungewiss. Einige, vor allem Israel, schenken Hassan Rohanis Entspannungskurs keinen Glauben. Zu tief sind die Eindrücke, die Rohanis Vorgänger, Mahmud Ahmadinedschad, in den Köpfen der Israelis hinterlassen hat. Der ehemalige iranische Präsident hatte den Holocaust angezweifelt und als Ziel ausgegeben, den Erzfeind von der Landkarte radieren zu wollen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, ebenfalls in Davos anwesend, fordert nun mehr von dem Iran, als warme Worte. Er sei zu einem direkten Treffen mit Rohani bereit – sollte dieser das Existenzrecht Israels anerkennen. Das hat der Iraner, der mildere Töne als sein Vorgänger anschlägt, bisher nicht gemacht. Auch in Davos mied er jeglichen Kommentar zu Israel. "Wir sind zu Gesprächen mit allen Nationen bereit", sagte Rohani, ohne Saudi-Arabien oder Israel zu erwähnen. Konkret wurde er erst auf Nachfrage. Er rede von alle Ländern, die sein Land offiziell anerkenne. Israel gehört nicht dazu.

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Und auch der Atomstreit ist vertagt, aber nicht gelöst. Zwar unterstrich Rohani, dass der Iran nicht nach Nuklearwaffen strebe. Wer das behaupte, betreibe "Propaganda". Der Iran sei ein friedliches Land, das die Kernenergie nutzen möchte, um Strom herzustellen. Die friedliche Forschung werde sein Land fortsetzen – ohne wenn und aber. "Wir werden keine Einschränkungen und keine Sonderbehandlungen akzeptieren", unterstrich Rohani.

So bleibt das Drohpotenzial des Landes groß. Denn: Im "Genfer Abkommen" hat sich Teheran verpflichtet, sein Atomprogramm einzufrieren. Von der Zerstörung der Reaktoren oder der Vernichtung des radioaktiven Materials ist keine Rede. Auch in Davos gab es in diesem Punkt nichts Neues. Trotzdem behauptete Rohani, einer Einigung stehe nichts im Wege – außer "fehlender Wille auf der anderen Seite".

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