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Day Zero Angriff auf Microsoft USA und EU machen China für Cyberattacken verantwortlich

Besonders betroffen von den Attacken seien vor allem Halbleiterunternehmen, Verteidigungsinfrastruktur, Universitäten und medizinische Einrichtungen. Quelle: REUTERS

Die USA, die EU und weitere Länder erheben schwere Vorwürfe gegen China: Sie werfen dem Land staatlich gelenkte Cyberattacken auf Organisationen und Unternehmen vor. Ziel sei, an sensible Daten zu kommen.

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Die USA haben sich mit der EU, Großbritannien, Australien, Kanada, Neuseeland, Japan und der NATO zusammengeschlossen, um chinesische Cyberattacken aufzudecken. Diese würden, so ein hochrangiger US-Regierungsbeamter, durch das chinesische Ministerium für Staatssicherheit durchgeführt und stellen für die Nato-Staaten eine große Bedrohung dar.

Was das konkret bedeutet wurde in einem Dokument der NSA und dem FBI zusammengefasst, welches der WirtschaftsWoche vorliegt. Demnach würden die von China staatlich geförderten Cyber-Akteure aggressiv auf das Personal und die Organisationen der USA und ihrer Verbündeten in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Militär, Bildung und kritische Infrastrukturen abzielen. Im Fokus der Angreifer: Der Diebstahl sensibler Daten, kritische und neu entstehende Schlüsseltechnologien, geistiges Eigentum sowie personenbezogene Daten.

Besonders betroffen von den Attacken seien vor allem Halbleiterunternehmen, Verteidigungsinfrastruktur, Universitäten und medizinische Einrichtungen. „Diese Cyberoperationen unterstützen Chinas langfristige wirtschaftliche und militärische Entwicklungsziele“, so das Fazit des Papers.

Die USA wollen dazu noch Beweise liefern, dass China kriminelle Auftragshacker einsetzt, um nicht sanktionierte Cyberoperationen weltweit durchzuführen, auch für ihren eigenen persönlichen Profit. Die Operationen würden kriminelle Aktivitäten wie cyber-gestützte Erpressung, Krypto-Jacking und Diebstahl auf der ganzen Welt zur finanziellen Bereicherung umfassen. „In einigen Fällen sind uns Berichte bekannt, dass mit der Regierung der Volksrepublik China verbundene Cyber-Operatoren Ransomware-Operationen gegen private Unternehmen durchgeführt haben, bei denen Lösegeldforderungen in Millionenhöhe gestellt wurden“, so ein US-Beamter.

In einem weiteren Schritt wollen die USA und ihre Verbündete auch über 50 Techniken aufdecken, mit denen die chinesischen Hacker ihre Angriffe durchführen. Doch alleine damit ist es nicht getan. Die Gruppe macht Hacker, die mit dem chinesischen Ministerium für Staatssicherheit im direkten Kontakt stehen, für die Zero-Day Sicherheitslücke bei Microsoft verantwortlich.

Aus den USA heißt es dazu: „Wir haben unsere Besorgnis sowohl über den Microsoft-Vorfall als auch über die breiteren böswilligen Cyber-Aktivitäten von China gegenüber hochrangigen Regierungsvertretern Chinas zum Ausdruck gebracht und deutlich gemacht, dass die Aktionen die Sicherheit, das Vertrauen und die Stabilität im Cyber-Raum bedrohen.“ Sowohl die USA als auch ihre Partner wollten in einer Stellungnahme weitere Maßnahmen nicht ausschließen, um China zur Verantwortung zu ziehen.



In einem ersten Schritt wollen die USA ihre Zusammenarbeit mit der EU und der NATO jetzt erhöhen, um den Informationsaustausch, einschließlich des Austauschs von Informationen über Cyber-Bedrohungen und Netzwerkverteidigung mit öffentlichen und privaten Akteuren, zu verbessern und zu erhöhen. Außerdem soll das diplomatische Engagement erweitert werden. Das soll die kollektive Cyber-Resilienz und Sicherheitszusammenarbeit stärken.

Mehr zum Thema: Das chinesische „Social Credit“-System wird im Westen kritisiert – es sei nicht vereinbar mit den Prinzipien eines Rechtsstaats oder dem Datenschutz. Doch wir sollten vorsichtig sein.

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